07.10.2008
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Neues Touchscreen-Handy

Nokias Antwort auf das iPhone

Von Matthias Kremp

2. Teil: Mogelpackung "Comes with Music"

Mogelpackung "Comes with Music"

Als herausragendes Merkmal und besonderen Kaufanreiz für das neue Modell stellt Nokia Chart zeigen allerdings seinen Musikdienst "Comes with Music" ins Rampenlicht. "Comes with music", so Nokia, bedeutet, dass man mit dem Handy ein Jahr lang unbegrenzten Zugriff auf Nokias Online-Plattenladen Nokia Music bekommt - und die Musik nach Ablauf dieser Frist behalten kann. Das hört sich erstmal prima an. Vor allem weil dieses Angebot zuerst mit dem Nokia 5310 Xpressmusic in Großbritannien eingeführt wird. Dort wird das Komplettpaket als Prepaid-Handy für 130 Pfund (167 Euro) angeboten. Ausgehend von der Annahme, dass ein solches Mobiltelefon allein einen Wert von etwa 130 Euro darstellt, zahlt man für das Musikabo also nur 37 Euro extra.

Allerdings muss man sich dafür auch mit einigen Einschränkungen abfinden. Denn so frei wie es auf den ersten Blick scheint, ist man beim Umgang mit den per "Comes with Music" heruntergeladenen Songs nicht. Das Problem: Nokia verpackt seine Musik-Downloads in Microsofts WMA-Format und sichert sie mit einem aufwendigen Kopierschutz. Schon das Format selbst schließt etliche Wiedergabegeräte aus. Viele MP3-Player, Apples iPods und auch Macintosh-Computer fallen durch das Raster.

Keine Lizenz zum Brennen

Damit nicht genug ist es vorgesehen, dass die von Nokia geladene Musik nur auf jeweils einem Handy und einem PC angehört werden kann. Das Abspielen der Songs auf einem anderen Handy oder einem weiteren PC ist nur möglich, wenn man das entsprechende Gerät vorher über Nokias DRM-Server aktiviert, wodurch das jeweils andere deaktiviert wird, die Songs also nicht mehr wiedergeben kann.

Die logische Folge: Nur solange man ein Nokia-Handy mit Comes with Music-Funktion besitzt, kann man die per Flatrate geladene Musik anhören. Immerhin: Schafft man sich einen neuen PC an, lassen sich bereits geladene Songs auf dessen Festplatte kopieren und auch die Abspielrechte auf den neuen Rechner transferieren. " Tech Digest" ereifert sich zudem darüber, dass es offenbar nicht erlaubt ist, Musik-CDs von den Songs zu brennen, die man per "Comes with Music" geladen hat. Wer seine Musik auf diese Weise in Sicherheit bringen will, muss eine zusätzliche Lizenz zum Brennen erwerben.

Wer es sich leichter machen will, kann aber auch einfach in einen bezahlten Musikabo-Vertrag wechseln. Deren Preis wird von " TG Daily" mit 80 Dollar angegeben. Wie teuer ein entsprechendes Angebot in Deutschland wird, ist noch unklar. Ohnehin haben hiesige Interessenten noch reichlich Zeit, ihre Kaufentscheidung zu überdenken. Erst Anfang 2009 soll Nokias erstes Touchscreen-Handy hierzulande in den Handel kommen.

Den Preis gibt der Hersteller mit 279 Euro ohne Mobilfunkvertrag an und liefert damit ein Argument, bei dem Apples iPhone bei Weitem nicht mithalten kann. Das nämlich wird von T-Mobile erst seit wenigen Tagen überhaupt vertragsfrei angeboten. Bei durchaus mit dem 5800 vergleichbarer Ausstattung und ohne Musikflatrate allerdings, kostet Apples Musikhandy 570 Euro. Allein von dieser Preisdifferenz ließe sich das "Comes with Music"-Abo dreieinhalb Jahre verlängern.

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