Von Mirjam Hecking
mm.de: Wie sieht das mit dem Cloud Computing aus. Halten Sie das Szenario, dass Unternehmen künftig immer mehr Programme und Anwendungen in "Wolken" aus riesigen Serverfarmen auslagern, für realistisch? Oder wird das Ganze an mangelnder Akzeptanz scheitern?
Tully: Unserer Erkenntnis nach ist die Bereitschaft dazu und der Bedarf bei den Unternehmen sehr groß. Schließlich erweitert Cloud Computing die Möglichkeiten der Firmen, während sie gleichzeitig umfangreiche eigene Anschaffungen vermeiden können.
Einzelne Dinge wie Buchhaltung werden ja jetzt schon ausgelagert. Und unsere Erfahrung ist: Sobald derartige Dienstleistungen existieren, und die Unternehmen das Gefühl haben, dass Anbieter vertrauenswürdig sind, nehmen sie solche Dinge gern an - in großem Ausmaß. Im privaten Bereich gibt es das ja schon längst, Facebook und Googlemail sind nichts anderes, nur kostenlos.
mm.de: Und welche Konsequenzen hat das für die Branche?
Tully: Vom heutigen Standpunkt aus ist es schwer, die Auswirkungen zu beurteilen. Wir wissen, dass die Unternehmen eigene Anlagen loswerden wollen und auf transaktionsbasierte Modelle umstellen wollen. Das würde bedeuten, dass die Unternehmen ihre eigenen Investitionen in diesem Bereich zurückfahren und das andere für sie übernehmen.
Allerdings wäre die Auslastung so wahrscheinlich höher, was sich wiederum etwas negativ auf den Markt auswirken könnte. Aber auf der anderen Seite besteht so die Möglichkeit, dass so neue, bislang unbekannte Anwendungen entstehen, die sich die einzelnen Unternehmen nie selbst hätten leisten können, die sie als Angebot, bei sie dem nur pro Transaktion zahlen, aber durchaus nutzen. Wie genau sich das auswirken könnte, ist von der Dimension her allerdings schwer vorherzusagen.
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