Von Mirjam Hecking
mm.de: Herr Tully, die Inflation in den USA und Westeuropa zieht an, die Konjunktur schwächelt, und Sie sagen dem IT-Markt sowohl für dieses als auch die nächsten Jahre ein deutliches Wachstum voraus. Können Sie uns das erklären?
Tully: Zugegeben, das wirtschaftliche Umfeld ist düster - allerdings scheint die Verschlechterung der Lage einigen Schlüsselmärkten nichts anhaben zu können. Von IBM über Microsoft bis hin zu Oracle verzeichnen Große der Branche weiter sehr starkes Wachstum.
Natürlich gibt es von Bereich zu Bereich Unterschiede. Aber es wird deutlich, dass Unternehmen Ausgaben für Informationstechnologie nicht vermeiden können, wenn sie im Wettbewerb bestehen wollen - trotz des wirtschaftlichen Abschwungs.
Allerdings geht ein großer Teil der von uns vorhergesagten rund 8 Prozent Wachstum in diesem Jahr auf Kosten des entwerteten Dollar. Rechnet man die Währungsfaktoren heraus, liegen wir noch so zwischen 4 und 4,5 Prozent.
mm.de: Worin liegt der Unterschied zum Abschwung nach dem Platzen der Dotcom-Blase? Damals wurde die IT-Branche ja ziemlich hart getroffen.
Tully: Wir haben es jetzt mit einem anderen Szenario zu tun. Vor dem Platzen der Dotcom-Blase hatten die Unternehmen enorm viel Geld in IT gesteckt. Viele hatten angesichts des Millenium-Problems die Systeme ausgewechselt, und es erfolgte die Umstellung auf den Euro.
Als es dann mit der Wirtschaft bergab ging, war die Versorgung so gut und die Notwendigkeit, mehr für IT auszugeben, nicht mehr vorhanden, sodass der Markt einfach zusammenbrach. Das ist diesmal nicht der Fall. Diesmal ist alles anders.
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