Amsterdam/Hamburg - Insgesamt sollen vier Produktionsstätten von NXP geschlossen werden. Dies sei im Rahmen einer umfassenden Umstrukturierung erforderlich, um die "finanzielle Situation zu verbessern und die Voraussetzungen für künftiges Wachstum zu schaffen", teilte der Infineon-Rivale am Freitag mit.
In Hamburg sei vor allem die Produktion betroffen, wo bis 2010 insgesamt 640 Arbeitsplätze wegfallen sollen. Die restlichen Jobs würden in der Hamburger Verwaltung gestrichen, sagte eine NXP-Sprecherin. Am Hamburger Standort seien derzeit 2500 Menschen beschäftigt.
Am niederländischen NXP-Standort Nimwegen fallen 1300 Arbeitsplätze weg. Geschlossen wird auch eine Fabrik in Fishkill (US-Bundesstaat New York). Das NXP-Werk im französischen Caen soll verkauft werden. Falls sich kein Interessent finden sollte, würde das Werk geschlossen. "Die Restrukturierungsmaßnahmen sind hart und es ist bedauerlich, dass wir Leute gehen lassen müssen", sagte NXP-Chef Frans van Houten. Die Einschnitte sollten den Konzern "stark und profitabel machen und uns zu Wachstum verhelfen", sagte er.
Insgesamt sollen Kosten von jährlich 550 Millionen Dollar (390 Millionen Euro) eingespart werden. Die Kosten der Umstrukturierung werden auf 800 Millionen Dollar geschätzt. NXP reagiere unter anderem auf schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen und den schwachen Dollar-Kurs.
Weltweit beschäftigt der Halbleiterhersteller, der vor mehr als 50 Jahren vom niederländischen Philips-Konzern
gegründet worden war, nach eigenen Angaben 31.000 Mitarbeiter in mehr als 20 Ländern.
Philips verkaufte NXP 2006 für 6,4 Milliarden Euro an die Investorengruppen KKR
und Alpinvest. Der Jahresumsatz des Unternehmens, das Chips, Software sowie Systemlösungen unter anderem für die Produktion von Handys, Fernsehgeräten und Fahrzeugelektronik anbietet, wurde 2007 mit 4,8 Milliarden Dollar angegeben. Im ersten Halbjahr 2008 wies NXP einen Nettoverlust von 408 Millionen Euro aus. Zu den Kunden gehören Firmen wie Apple
, Samsung
und Nokia
.
Manager-magazin.de mit Material von dpa
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