Von Alexander Galdy
Freizeit wichtiger als Networking
Tatsächlich wurden die beruflichen Beziehungen zu ihren Kollegen stärker. Zwar hat Munsch bisher keine großen Deals direkt auf dem Golfplatz unter Dach und Fach gebracht. Aber die Basis für spätere Partnerschaften und Geschäftsverbindungen wurden dort geschaffen: "Der Golfplatz ist ein Ort mit einer entspannteren Atmosphäre als das Büro. Dort versteht man besser, was den anderen motiviert und kann sich auf ihn einstellen."
Doch die Zahl der Golf-Verweigerer nimmt zu. Während sich die Altersgruppe der 35- bis 54-Jährigen noch gern auf dem Golfplatz trifft, langweilt der Sport die Jüngeren. Sie tauschen sich lieber in Blogs aus, um Probleme zu lösen.
Nicht geschadet, aber etwas verpasst
Oder sie haben einfach keine Lust mehr, ihre spärliche Freizeit auch noch mit Kollegen oder Kunden zu verbringen. So wie der IT-Manager Christopher Calvin, der mit Golfspielen groß geworden ist. Seit Jahren war er in keinem Golfclub mehr. Denn wenn er sich erholen möchte, will er nicht an die Arbeit denken müssen.
Eventuell kehrt er aber einmal wieder auf den Golfplatz zurück. Calvin sieht durchaus Vorteile, was Networking angeht. Bei der Karriere selbst macht er einen Unterschied: "Ich glaube nicht, dass es sich negativ auf meine Karriere ausgewirkt hat, dass ich den Golfplatz nicht mehr betreten habe." Allerdings glaubt er auch, dass es sicherlich Dinge gab, die er deshalb verpasst hat.
© manager magazin online 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH