Von Alexander Galdy
München - Nicht das Büro, sondern der Golfplatz ist der Ort, wo Geschäfte gemacht und Kontakte geknüpft werden. Das galt lange Zeit als Tatsache. Der US-amerikanische Immobilienunternehmer Donald Trump beispielsweise hat viele Deals auf dem Weg von einem zum anderen Loch abgeschlossen.
Heute sieht es etwas anders aus.
Nicht jeder ist davon überzeugt, dass er für Networking und Karriereplanung auf das Green gehen muss. Mittlerweile sind die Meinungen darüber, ob Golf der Karriere dienlich ist, relativ ausgeglichen: 55 Prozent der IT-Kräfte glauben, dass ihnen der Sport im Job geholfen hat. Das ergab eine Studie des amerikanischen IT-Wirtschaftsmagazins CIO. 45 Prozent der Befragten sagten hingegen, dass es ihnen keinen Vorteil brachte, den kleinen Ball über den Kurs zu schlagen.
Gerade IT-Kräfte haben heute keine Bedenken mehr, "Nein, danke!" zu sagen, wenn sie ihr Boss auf die Driving Ranch einlädt. Sie nutzen für ihr Social Networking lieber das Internet mit Seiten wie Facebook. Das hat für sie auch den Vorteil, dass sie ihr Büro nicht verlassen müssen.
Der Studie zufolge sind fast drei Viertel der Befragten der Meinung, dass ihre Entscheidung, dem Chef einen Korb zu geben, keine negativen Beeinträchtigungen für die Arbeit hatte. Auf der anderen Seite glaubt ein Viertel, dass es ihrer Karriere geschadet hat, nein zu sagen.
Bei den weiblichen IT-Kräften sieht es deutlich anders aus. Von ihnen gaben drei Viertel an, nicht Golf zu spielen, hätte sie beim Weiterkommen auf der Karriereleiter gehindert. Eine der Befragten sagte: "Ohne Golf reduzieren sich die Möglichkeiten des Networkings, gerade in einer von Männern dominierten Sparte. Denn Golfspielen sorgt für eine Gemeinsamkeit mit den Jungs."
Dona Munsch von Cisco
beispielsweise erzählt, dass sie bei ihrem beruflichen Aufstieg schnell entdeckt hat, das Golf zur Gruppen-Kultur im Unternehmen gehört. Bevor sie Senior Director of Commerce wurde, spielte sie noch nicht Golf und dachte damit frühestens zu beginnen, wenn sie 60 wird. Aber dann entschied sie sich, ihren persönlichen Zeitplan zu kippen.
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