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14.08.2008
 

Interimsmanager

CIOs fürs Grobe

Von Christiane Pütter

IT-Manager auf Zeit überbrücken Vakanzen, entwickeln komplette IT-Strategien oder bauen Personal auf. Zwar freunden sich deutsche Unternehmen erst langsam mit dem Gedanken an, Interimsmanager anzuheuern. Doch die CIOs fürs Grobe blicken optimistisch in die Zukunft.

München - Falk Janotta muss fast ein bisschen lachen: "Nein, ich bin nicht bindungsscheu", sagt der 51-Jährige. "Aber mir liegt die Vielseitigkeit, die das Arbeiten als Interimsmanager mit sich bringt." Vor viereinhalb Jahren hat sich der Diplom-Informatiker nach einer Umstrukturierung bei seinem damaligen Arbeitgeber selbstständig gemacht. Und seit vier Jahren ist er nach eigenen Angaben immer im Einsatz - meist für sechs bis neun Monate.

Bindungsscheu oder vielseitig?: Interimsmanager wechseln regelmäßig das Unternehmen
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Bindungsscheu oder vielseitig?: Interimsmanager wechseln regelmäßig das Unternehmen

Janotta führt zum Beispiel auf Basis der IT Infrastructure Library (ITIL) einen Service Desk ein, er verhandelt Outsourcingverträge und begleitet die Migration, er baut einen dauerhaften IT-Verantwortlichen auf. Einmal - das war ein Einsatz für zwölf Monate in England - hat er eine komplette IT-Strategie entwickelt. "In den vier Jahren meiner Arbeit als Interimsmanager hatte ich keine Wiederholung", sagt Janotta.

Eine Arbeitsweise, die so manchen reizt - etwa 5600 professionelle Interimsmanager gibt es in Deutschland, schätzen die Mitglieder der Dachorganisation DDIM (Dachgesellschaft Deutscher Interim Manager e.V.). Sie gibt in ihrem "Marktbarometer 2007" ein Marktvolumen von rund 490 Millionen Euro an.

Um sich von diesem Kuchen etwas abzuschneiden, greift fast jeder Dritte auf Unterstützung zurück: 30 Prozent von 470 Interimsmanagern, die die DDIM in Zusammenarbeit mit der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt für das Marktbarometer befragt hat, erhalten ihre Aufträge über Provider und Headhunter. Derzeit sind 24 Provider auf dem Markt aktiv, 19 davon haben sich unter das Dach der DDIM gestellt.

Provider verlangen meist einen Aufschlag von 25 Prozent des Tagessatzes, den der Kunde übernehmen muss. Im Schnitt kassiert ein Interimsmanager laut DDIM 980 Euro pro Tag - das können bei Spitzenleuten aber auch bis zu 3000 Euro sein. Der Anbieter Ludwig Heuse nennt in seiner Umfrage "Interim Management 2008" einen Durchschnittssatz von 937 Euro.

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