30.07.2008
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Schweizer Start-ups

Eidgenossen im Gründerrausch

Von Helmut Merschmann

2. Teil: Neue Förderprogramme

Neue Förderprogramme

So viel Erfindungsreichtum ist den Eidgenossen einige Unterstützung wert. So erhielt Kooaba beim Start-up-Wettbewerb "Venture 08" den Preis für die beste Geschäftsidee. Poken konnte 20.000 Franken von der schweizer Gründungsinitiative Venture Lab einstreichen, die im Rahmen ihres "Venture kick"-Programms bis zu 130.000 Franken für eine erfolgreiche Unternehmensgründung vergibt. Doodle wiederum wird von der Innovationsstiftung der Schwyzer Kantonalbank und vom deutschen Risikokapitalgeber Creathor Venture unterstützt.

Allein die Innovationsstiftung stellt im Jahr 20 Millionen Franken (etwa 12,3 Millionen Euro) Fördergeld zur Verfügung. "Es herrscht gerade eine interessante Dynamik im Markt", sagt Markus Oswald von der Innovationsstiftung. "In den vergangenen zwei Jahren sind einige Initiativen gegründet worden, die den Unternehmen eine interessante Plattform bieten, sodass sie sichtbarer werden." Neben Venture Kick ist das vor allem CTI Start-up, das wichtigste bundesstaatliche Programm für angewandte Forschung und Entwicklung an den schweizer Hochschulen. Jahresvolumen: rund hundert Millionen Franken.

Kreative Hochschulen und Selbstfinanziers

Der Schweizer Weg geht so: Studenten der Informatik oder einer Ingenieurswissenschaft entwickeln im Laufe ihres Studiums an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) oder der Ecole Polytechnique Fédéral de Lausanne (EPFL) eine Geschäftsidee. Die wird im Rahmen des Diploms oder der Promotion ausgearbeitet. Währenddessen nehmen die jungen Gründer an Start-up-Kursen von Venture Lab teil, lassen sich auf Gründertreffen sehen und bewerben sich bei den Förderungen. "Es gibt viele Start-up-Förderprogramme in der Schweiz", berichtet Dominik Grolimund, Geschäftsführer des Online-Speichernetzwerks Wua.la. "Die betreiben Start-up-Coaching und helfen mit, die ersten Löhne zu bezahlen."

Grolimund ist darauf nicht angewiesen. Der 28-Jährige ist sein eigener Finanzier. Vor zehn Jahren gründete er erfolgreich die Adressdatenbank Caleido, die ihm heute hilft, Wua.la aus eigenen Mitteln zu finanzieren. "Wir haben sehr viele Anfragen zum Launch von Wua.la erhalten", erzählt Grolimund, "sei es von Business Angels oder Venture Capitalists". Am 14. August soll der vernetzte Onlinespeicher aus der geschlossenen Alpha-Version für jedermann verfügbar sein. "Geld brauchen wir nur, wenn wir zu schnell wachsen. Denn dann wird’s teuer."

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