Von Mirjam Hecking
mm.de: Welche Rolle spielt Image dabei?
van Dok: Der Leitsatz "form follows function" hat ausgedient. Früher war Funktionalität - wie PS im Auto - sehr wichtig. Mittlerweile aber zählt Funktionalität nicht ausschließlich, denn die meisten Produkte erfüllen heutzutage ihren Zweck und tun das, was man von ihnen erwartet.
Vielmehr dreht sich jetzt alles um andere unterscheidende, Identität stiftende Merkmale. Es geht jetzt mehr darum, sich mit den Produkten, die man benutzt, gut zu fühlen. Dinge zu kaufen, die der eigenen Persönlichkeit entsprechen oder dem Bild, was man von sich hat.
mm.de: Und was macht gutes Interface-Design dabei aus?
van Dok: Es funktioniert einfach intuitiv, ist quasi nicht wahrnehmbar und hindert einen nicht daran, das zu machen, was man will. Und es gibt noch eine ganze Menge Produkte, die genau das tun.
mm.de: Fällt Ihnen ein Beispiel für ein völlig gescheitertes Interface-Design ein?
van Dok: Ja, ein gutes Beispiel sind Bürotelefone. Die sind einfach unmöglich zu gebrauchen. Sie haben eine Unmenge Anzahl von Funktionen - von der Mailbox bis zur Rufnummernunterdrückung. Aber zeigen Sie mir einen Nutzer, der bei so einem Telefon durchblickt und die ganzen Funktionen im Alltag auch wirklich nutzen kann. Oder nehmen wir die Technik in modernen Autos. Kaum ein Hersteller überprüft, ob die ganzen Spielereien bei den Autofahrern tatsächlich ankommen.
mm.de: Wenn Sie einen Blick in die Zukunft wagen. Wie stellen Sie sich die Zukunft des guten alten Handys vor?
van Dok: Das ist schwer zu beantworten. Überlegen Sie mal, wie ein Mobiltelefon noch vor zehn Jahren aussah. Die Industrie hat sich in einem atemberaubenden Tempo entwickelt. Und man hätte eine ganze Menge Vorstellungskraft gebraucht, um vorherzusehen, wo wir heute stehen.
Ich könnte mir vorstellen, dass wir uns von der traditionellen Formgebung wegbewegen werden und die Geräte flexiblere Formen annehmen, formbarer und vielleicht auch textiler werden. Denkbar wären beispielsweise in Jackenkragen integrierte Telefone oder Handhelds, die man wie eine Kette um den Hals oder als Armband tragen kann.
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