Von Mirjam Hecking
mm.de: Herr van Dok, als Kreativchef einer Design- und Beratungsagentur, die für die Großen der Software- und Elektronikbranche tätig ist, sind Sie technisch am Puls der Zeit. Welches sind die Themen, die derzeit bewegen?
van Dok: Ganz zentral ist derzeit natürlich das Thema mobiles Internet. In diesem Bereich hat sich in den vergangenen Jahren und Monaten eine ganze Menge getan. Es gibt weltweit etwa eine halbe Milliarde PCs - aber schon ungefähr zwei Milliarden Mobiltelefone. Eine Entwicklung die weitergehen wird - und das mit einem immer rasanteren Tempo.
mm.de: Wann werden wir wirklich im Zeitalter des mobilen Internet angekommen sein?
van Dok: Wenn die Verbindungsgeschwindigkeit stimmt und es vernünftige Telefone gibt, auf denen man die Seiten auch gut erkennen kann, wird das mobile Internet voll durchstarten. Ich schätze, innerhalb der nächsten zwei Jahre sind wir so weit.
Dann werden mobile Services, wie zum Beispiel mobiles Internet, E-Mail, TV- oder Musik-Streaming ein Verbrauchsgut sein wie Wasser aus dem Hahn - aber natürlich nicht für alle und jeden. Es wird natürlich auch künftig Leute geben, die ein Handy, wenn überhaupt, zum Telefonieren nutzen werden. Das ist immer auch eine Generationsfrage.
mm.de: Welche Rolle wird Social Networking bei der künftigen Entwicklung spielen? Ist das nur ein Hype oder bleibt es zentraler Bestandteil unserer Nutzungsgewohnheiten?
van Dok: Manche Social Networks werden sicher gehypt, aber es sind durchaus auch Erfolg versprechende Ansätze und Geschäftsmodelle dabei, wie zum Beispiel LinkedIn oder Xing. Ich glaube, dass das Ganze seinen Zenit noch längst nicht überschritten hat.
Angesichts der enormen Informationsmengen, mit denen wir täglich konfrontiert werden, wird das soziale Umfeld, werden Vertrauen und Empfehlungen nämlich immer wichtiger werden. Dieser am Menschen orientierte Blickwinkel wird immer mehr auch in traditionelle Anwendungen hineinwachsen.
mm.de: Was Sie am Menschen orientierten Blickwinkel nennen, sehen manche als Bedrohung ihrer Privatsphäre. Sie wollen nicht, dass ihre Freunde informiert werden, wenn sie etwas im Internet kaufen oder mit persönlich zugeschnittener Werbung bespielt werden.
van Dok: Das kann ich verstehen. Mir selbst ist Datenschutz auch nicht egal. Aber derzeit wächst eine Generation heran, der das Konzept Privatsphäre mehr und mehr fremd ist und die quasi ihr ganzes Leben ins Netz stellt. Ich kann mir sogar durchaus vorstellen, dass künftige Generationen mit dem Konzept Privatsphäre gar nichts mehr anfangen können.
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