Von Anne Seith und Nils-Viktor Sorge
mm.de: Bei der Rundum-Flatrate standen Sie und andere Anbieter in letzter Zeit aber in der Kritik. Einigen Kunden hatten Sie offensichtlich gekündigt, weil sie zu viel umsonst telefoniert haben.
Lautz: Es ist reine Spekulation, dass wir aus diesen Gründen gekündigt haben. Unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen zufolge dürfen wir dem Kunden innerhalb der Monatsfrist kündigen, mehr kann ich dazu nicht sagen.
mm.de: Gesprächsminuten, die nicht von einer Flatrate abgedeckt sind, kosten bei Ihnen für Vertragskunden 19 Cent. Reichlich teuer.
Lautz: Wir stehen damit im Vergleich gut da, bei anderen Flatrate-Anbietern kosten diese Folgeminuten bis zu 29 Cent. Dem einen Kunden ist die Flatrate eben wichtig, der andere will sich nicht binden und macht Prepaid für neun Cent die Minute.
mm.de: Maxxim ist mit acht Cent noch billiger.
Lautz: Diese Anbieter verzichten offenbar völlig auf die Marge. Aus so etwas kann man aus meiner Sicht kein profitables Geschäft machen. Ich weiß nicht, wie langfristig ein Margenverzicht am Markt durchzuhalten ist.
mm.de: Wohin werden die Preise im Mobilfunk noch fallen?
Lautz: Die Untergrenze ist erreicht. Mit der Festnetz-Flatrate nehmen wir netto gut acht Euro im Monat ein. Wenn man die Telekommunikationskosten mit Öl oder Strom vergleicht, dann wird deutlich, dass unsere Branche radikal zur Entlastung der Verbraucher beigetragen hat. Es sind keine weiteren großen Preissenkungen zu erwarten. Anders sieht es vielleicht noch beim Daten-Roaming aus.
mm.de: Wie wollen Sie im Mobilfunk weiter zulegen?
Lautz: Wir bauen unsere Vertriebskanäle weiter aus und setzen verstärkt auf Kooperationen. Das heißt, ein Partner, den ich noch nicht nennen kann, wird Kunden künftig mit mobilen Inhalten versorgen, ähnlich wie es Bild.mobil bereits tut. Ich gehe davon aus, dass solche Kooperationen mit kostenlosen Inhalten verstärkt an Bedeutung gewinnen.
mm.de: Sie sagen, René Obermann ist mit Congstar weitgehend zufrieden. Wann liefern Sie ihm denn schwarze Zahlen?
Lautz: Das sage ich noch nicht öffentlich. Wir sind aber als eigene GmbH angetreten, um schwarze Zahlen zu schreiben. Und dies werden wir erreichen, klar.
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