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manager magazin



16.07.2008
 

Standort D

Breitband in der Schmalspur

Von Frank Patalong

Die Quote der Breitbandanschlüsse eines Landes gilt als Fortschrittsindikator. Um nun auch den ländlichen Raum zu vernetzen, will die EU-Kommission Subventionen erlauben. Dabei zeigen US-Zahlen, dass Infrastrukturförderung nicht genug ist - es geht auch um eine soziale Frage.

Hamburg - Die Versorgung des Bundesgebietes mit Breitbandinternet ist zu 98 Prozent erreicht. Rund 60 Prozent aller Deutschen surfen breitbandig, die Quote wächst nun langsamer. 700 Gemeinden haben allerdings keinerlei Zugang zu DSL, eine Million Haushalte sind betroffen. In kaum einem europäischen Land fällt die Infrastruktur-Kluft zwischen Stadt und Land so tief aus wie in Deutschland.

Rasend schnell und überall fließen die Daten: Nach wie vor ist das Science-Fiction
Corbis

Rasend schnell und überall fließen die Daten: Nach wie vor ist das Science-Fiction

Da beißt sich so einiges, sollte man denken, und doch kommen die oben zitierten, aus verschiedenen Presseerklärungen und Studien entlehnten Tatsachenbehauptungen aus belastbaren Quellen: von der Bundesregierung, vom Branchenverband Bitkom, von der EU-Kommission. Es gibt eine Menge statistischer Erkenntnisse, die sich scheinbar widersprechen und trotzdem wahr sind.

Denn Deutschland bietet ein ziemlich widersprüchliches Bild, wenn man sich die Daten über die Vernetzung des Landes ansieht. Laut Breitbandatlas des Bundeswirtschaftsministeriums gibt es hierzulande so gut wie keine Versorgungslücken mehr. Nicht nur für "Landeier" ist diese Behauptung jedoch ein steter Aufreger: Mitunter reicht es noch immer, den großstädtischen Ballungsraum auch nur 20 Kilometer hinter sich zu lassen, und nichts geht mehr - zumindest keine der so emsig beworbenen Standardlösungen. Ganz anders sehen das darum die Betroffenen, die auf dem Schmalbandatlas geografisch verorten, wo überall in Deutschland kein DSL zu haben ist - und das sind längst nicht nur ländliche Gebiete.

Aus Perspektive des Wirtschaftsministeriums sieht das deshalb anders aus, weil man sich dort um den Preis der Onlinenerei nicht kümmert: Erfasst wird nur die technische Möglichkeit, breitbandig Online zu gehen. Und die ist abgesehen von sehr, sehr wenigen, sehr, sehr tiefen Tälern wirklich überall gegeben - per Funk oder Satellit.

Nur bezahlen kann das längst nicht jeder.

Denn was der deutsche Städter für eine Flatrate von 25 Euro hinterhergeworfen bekommt, kostet das "Landei" in vergleichbarer, auch Upload-fähiger Bandbreite mitunter den zehnfachen Preis und mehr - abgesehen von eventuell anfallenden Anschaffungskosten für technisches Gerät.

Rückkanalfähige kleine Lösungen, die für die private Internetnutzung hinreichend sind, gibt es per Satellit ab etwa 20 Euro - mit einer Datendurchsatzrate von 256 Kilobit (kbit), eine Art Retro-Surfen mit 90er-Jahre-Appeal. Für mickrige 2 Megabit (Mbit) zahlt man dann ab circa 80 Euro, plus mehrere Hundert Euro für den Empfangs- und Sendeapparat.

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