Stuttgart/Berlin - Schlaue Schnäppchenjäger machen ihre Beute online. Denn die Preise sind hier häufig viel niedriger als im Laden. Ein junger Trend könnte die Herzen vieler Preisfüchse jetzt noch höher schlagen lassen: "Liveshopping". Ein Artikel in begrenzter Stückzahl, nur einen Tag lang und das besonders billig - so lautet das Grundprinzip. Da heißt es schnell sein - blind zugreifen sollte man allerdings nicht.
"Das Angebot richtet sich vor allem an Impulskäufer. Mit Glück werden auch diejenigen fündig, die sich schon lange einen bestimmten Artikel zulegen wollen", sagt Mathias Jacobs, Betreiber des Infoportals MyLiveshopping.de aus Stuttgart. Er verkauft nichts, sondern bietet einen Überblick über die laufenden Angebote der inzwischen fast unüberschaubar vielen kleinen Ein-Tages-Artikel-Shops.
Bei Myliveshopping waren zuletzt 25 Anbieter gelistet, mehr als 30 zählte die Seite Liveshopping-Blog.de. Und fast im Wochenrhythmus kommen neue dazu - die aus den USA herübergeschwappte Idee boomt, ist sich Jacobs sicher.
Zu den bekannteren Liveshopping-Vertretern zählen Preisbock.de, Guut.de und Schutzgeld.de. Sie und die Mitbewerber spielen unter anderem mit dem Überraschungseffekt. "Das kommende Sortiment ist üblicherweise eine totale Wundertüte. Am nächsten Tag kann ein T-Shirt oder ein Notebook angepriesen werden", erklärt Jacobs. Seiner Beobachtung nach überwiegt allerdings Unterhaltungstechnik - MP3-Spieler etwa tauchen häufig auf.
Einige Portale beginnen sich zu spezialisieren: Unter Abedi.de und Today-only.de gibt es nur Reisen, der Shop Damagi.de vertreibt ausschließlich Parfüm.
Nachteulen und Frühaufsteher sind bei der Schnäppchenjagd im Vorteil: In der Regel wechselt das Sortiment um Mitternacht, in Ausnahmefällen am Vormittag, erläutert Marktbeobachter Jacobs. Selten bieten Shops ihre Artikel länger als 24 Stunden an.
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