München - Auf den ersten Blick scheint alles in bester Ordnung: Knapp jeder zweite deutsche Angestellte (49 Prozent) hat derzeit nicht vor, sein Unternehmen zu verlassen, ergab eine Studie der Unternehmensberatung Towers Perrin. Im europäischen Vergleich sagen das nur 32 Prozent der Befragten.
Anreize schaffen:
Je interessierter die Geschäftsleitung, desto motivierter die Mitarbeiter
Dennoch attestieren die Analysten deutschen Unternehmen, in ihnen seien 17 Prozent der Mitarbeiter "hoch engagiert". Damit liegt die Bundesrepublik leicht über dem europäischen Durchschnitt von 16 Prozent.
Die Mehrheit von 47 Prozent gilt als "moderat engagiert" (Europa: 43 Prozent), 28 Prozent sind "gering" und 8 Prozent "nicht engagiert" (Europa: 31 beziehungsweise 10 Prozent). Dabei gehen die Autoren der Studie munter davon aus, dass auch Mitarbeiter, die aktiv auf Stellensuche sind, sich am aktuellen Arbeitsplatz noch hoch engagieren können. Sie wollen da keinen Widerspruch sehen.
Towers Perrin räumt im Rahmen der Studie mit einigen Mythen auf. Beispiel Geld: Mitarbeiter erwarten nicht nur monetäre Belohung, so die Analysten. Sie wollen auch wissen, wie ihre Aufstiegs- und Karriereperspektiven aussehen beziehungsweise welche Entwicklungsmöglichkeiten sie haben. Ganz wichtig: Sie wollen das Gefühl haben, fair bezahlt zu werden.
Der wichtigste Treiber für Mitarbeiterengagement ist jedoch das Interesse der Unternehmensleitung an den Menschen, geben die Studienteilnehmer an. Sie wollen sich aber nicht nur angenommen, sondern auch ernst genommen fühlen, und so rangiert der Faktor "Ausreichende Entscheidungsfreiheit" auf Platz zwei.
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