Google bei ausgefallenen Krankheiten
Dass auch Experten vom Internet profitieren können, bestätigt eine Studie australischer Mediziner aus dem Jahr 2006. Sie gaben je drei bis fünf Symptome zu 26 Krankheiten bei der Suchmaschine Google
ein. In 15 Fällen spuckte die Suchmaschine die richtige Krankheitsdiagnose aus. Die Studie ist nicht repräsentativ, dennoch wird klar: Je ausgefallener die Krankheit, desto hilfreicher sind Google und Co. Eine richtige Diagnose könne letztlich jedoch nur ein Arzt mit seinem Wissen und seiner Erfahrung aufstellen, schränken die Autoren ein.
Doch auch für Laien ist das Netz eine große Hilfe, meint Neurologe Frieling - er gibt Patienten daher oft Hausaufgaben. Gerade bei speziellen Erkrankungen wie Multipler Sklerose könne sich ein Patient zusätzlich zum Arztgespräch in aller Ruhe informieren. Passende Links hat Frieling auf seine Webseite gestellt.
Das Netz informiert nicht nur über Krankheiten, sondern auch über die Heiler. Auf Bewertungsportalen wie Imedo, Helpster oder DocInsider lässt sich nachsehen, welche Noten andere Patienten für Wartezeit, persönlichen Umgang und Behandlung vergeben haben. Mit höchstens ein paar Tausend Bewertungen gibt allerdings bislang kein Portal einen flächendeckenden Überblick. Doch öffentlich über den Arzt zu diskutieren, kommt immer mehr in Mode.
Die Kritisierten selbst sind skeptisch. Sechs von zehn Medizinern glauben, dass Laien die Qualität der Behandlung nicht einschätzen können, ergab eine Studie der Stiftung Gesundheit. Verhindern können sie die zumeist kommerziellen Angebote kaum noch. "Die Portale wie auch die anonyme Bewertung sind rechtlich zulässig", sagt Anwalt Markus Stockmann, der sich auf Arztrecht spezialisiert hat. So müssen sich die einstigen Götter in Weiß in Zukunft wohl immer häufiger auf kritische Fragen der Patienten einstellen.
Christof Kerkmann, dpa
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