Schafspelz: Spielen Sie mit Paarhufern?
Shaun the Sheep
Apropos Geschenke. Vielleicht fragen Sie sich, warum der Geschenktipp erst heute kommt, zehn Tage nach dem Valentinstag. Die Antwort: Wir wollen Ihre Notlage nicht für werbliche Zwecke ausnutzen. Schließlich sollen Sie nicht den Eindruck gewinnen, wir wären eines jener schwarzen Schafe, die die Produkte ihrer Werbekunden redaktionell in den Mittelpunkt stellen.
Nicht, dass "Beschenkmich.de" unser Werbekunde wäre. Aber es geht ja oft schon um den bloßen Verdacht. Ein Hauch der Ahnung eines Anscheins, schon beginnt sich die Wolle zu färben.
Wo es doch so viele schwarze Schafe gibt derzeit. Schwarze Schafe mit Liechtensteiner Konten - prompt sind alle Manager verdächtig. Schwarze Schafe mit Handyfabriken in Rumänien - prompt sind alle deutschen Standortbedingungen verdächtig.
Man muss sich fast Sorgen machen um Schafe. Nicht, dass sich ein unterschwelliger Hass gegen das Blökvieh ausbreitet. So ähnlich wie damals nach dem Kinohit "Der weiße Hai". Da wurde Haifischfilet praktisch zur kollektiven Aufgabe im Kampf der Spezies.
Eine kleine Fernsehsendung aus England immerhin stellt sich gegen den Trend und zeigt Schafe, wie sie wirklich sind: Keck, kuschelig und ganz schön menschlich. "Shaun the Sheep" heißt die großartige Knetanimation, deren kurze Episoden - je 7 bis 11 Minuten - in der "Sendung mit der Maus" zu sehen sind. "Shaunthesheep.com" ist die Webseite dazu und zählt nicht zu unseren Anzeigenkunden.
Man muss diese Figuren den Deutschen einfach mal auf diesem Weg nahebringen, nicht nur um die Schafe zu retten, sondern weil es glatte Verschwendung ist, die Serie im Kinderprogramm zu verstecken. Shaun war ursprünglich eine Nebenfigur in den Oscar-prämierten Knetanimationen "Wallace & Gromit", begeisterte aber so viele Zuschauer, dass er nun eine eigene Serie hat. Sicher, Kinder amüsieren sich damit köstlich - aber ihre Eltern auch. Und die verstehen immerhin die cineastischen Anspielungen, wenn der freche Shaun seine wolligen Freunde hinter dem Rücken des Bauern zu verrückten Abenteuern anstiftet. Da wird gerne mal die Duschszene aus Hitchcocks "Psycho" zitiert (selbstverständlich ohne Mord).
Die Website stellt all die liebenswerten Charaktere der Serie vor, bietet diverse elektronische Devotionalien zum Download an macht mit kurzen Videoclips Lust auf die Serie. Wer selbst aktiv werden möchte, kann mit dem Spiel "Woolly Jumper" den geschickten Umgang mit der PC-Maus üben oder mit "Shaun Sudoku" sowie sechs weiteren jugendfreien Spielen die Zeit vertreiben. Und wer die knappen Stunden mit den Kindern nicht ausschließlich vor dem Bildschirm verbringen will (schließlich ist das nun gar nichts fürs Büro), der druckt einige der Ausmalvorlagen oder der liebevoll gestalteten Schafmasken aus und legt eine Mal- und Bastelstunde ein.
Alles für die absehbare Erkenntnis: Schafe sind halt die besseren Menschen. Ob in Liechtenstein, Myanmar oder anderswo.
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