Von Martin Kügler und Heiko Pobbig
Bergisch Gladbach - 3,57 Euro, dies entspricht exakt den Einsparungen, die bei der HSH Nordbank durch die Einführung von elektronischen Rechnungsservices für jede Einzelne der 77.000 eingehenden Rechnungen erzielt werden.
Doch mindestens genauso interessant ist die Tatsache, dass damit jährlich rund 4,8 Tonnen Papier eingespart werden. Würde man all diese Seiten übereinander stapeln, so ergäbe dies die schwindelerregende Höhe von über 100 Metern.
Allein in Deutschland werden jedes Jahr etwa zwei Milliarden Rechnungen per Post verschickt. Und da sowohl im debitorischen als auch im kreditorischen Bereich für jede einzelne Rechnung zusätzliche Kopien angefertigt werden, ergibt dies eine Menge von nicht weniger als 200.000 Tonnen Papier. Und auch wenn mittlerweile das Altpapier der wichtigste Rohstoff bei der Papierherstellung ist, handelt es sich nach wie vor um eine gigantische Energie- und Ressourcenverschwendung.
Nachfrage nach Rohstoff Holz steigt
Zuerst einmal ist die Herstellung selbst ein energetisch äußerst aufwendiger Prozess, denn es werden für jedes einzelne Kilogramm Papier durchschnittlich 2,3 Kilowattstunden Strom benötigt. Ursache für den hohen Energiebedarf ist vor allem der Trocknungsprozess, den das Papierfließ durchläuft. Denn selbst wenn das Papierfließ so fest ist, dass es nicht mehr von allein auseinanderreißt, besteht es noch zu circa 80 Prozent aus Wasser. Und dann werden vom Verbraucher noch zusätzliche Eigenschaften, wie hoher Weißegrad sowie eine besonders glänzende und glatte Oberfläche gefordert. Die Folgen sind weitere Schritte bei der Herstellung, die ebenso viel Energie erfordern.
Der Einsatz von Frischfasern aus Holz- und Zellstoffen ist daher nach wie vor notwendig, gleichzeitig steigt aber auch die Nachfrage nach dem Rohstoff Holz - als Beispiel seien an dieser Stelle nur Pellets und Hackschnitzel zum Heizen genannt. Inzwischen wird daher schon darüber nachgedacht, zwecks Versorgungssicherheit auf sogenannte Schnellumtriebsplantagen umzustellen.
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