Von Andreas Schaffry
München - Unternehmen, die den Einsatz neuer Technologien mit ihren Geschäftsprozessen verbinden, ziehen daraus vielfältigen Nutzen. Sie gestalten dadurch sowohl interne Abläufe als auch Prozesse zu Kunden und Partnern effizienter. Auf diese Weise lassen sich Kosten senken und die Kundenbindung steigern. Die Unternehmensberatung McKinsey hat in ihrer Studie "Eight business technology trends to watch" insgesamt acht Trends ausgemacht, die die Geschäftswelt in den nächsten Jahren nachhaltig verändern werden.
1. Innovationsprozesse aufteilen
Das Internet sowie verwandte Technologien eröffnen Unternehmen neue Wege, um die Zusammenarbeit über Firmengrenzen hinweg zu organisieren. Zum Beispiel im Hightech- und Automobilbereich oder bei Konsumgüterherstellern sorgt die Einbeziehung von Kunden, Zulieferern und unabhängigen Vertragspartnern für effizientere Prozesse bei der Produktentwicklung.
In der Regel kontrollieren jedoch Unternehmen der oben genannten Branchen den Produktentwicklungsprozess. Durch eine Verteilung von Innovationen auf die Partner innerhalb der Wertschöpfungskette lassen sich Kosten reduzieren sowie die Zeit bis zur Markteinführung neuer Produkte verkürzen.
Im Softwarebereich ist dieses Prinzip bereits bei der Entwicklung des Open-Source-Betriebssystems Linux umgesetzt, es lässt sich nach Ansicht der Berater aber auch auf die Herstellung physischer Güter übertragen. Dadurch würde allein die US-Wirtschaft rund 12 Prozent an Arbeitskosten einsparen.
2. Konsumenten werden zu Innovatoren
Die Entwicklung von Web-2.0-Technologien wie Blogs oder Wikis revolutioniert auch die Beziehungen von Unternehmen zu ihren Kunden. Werden diese in Entwicklung, Test und Marketing sowie After-Sales-Prozesse einbezogen, erhalten Firmen mehr Aufschlüsse über die Bedürfnisse und Verhalten von Kunden.
Dadurch können Unternehmen die Kundenbindung erhöhen und zudem schneller und zu geringeren Kosten neue Kunden gewinnen. Außerdem werden Innovationszyklen beschleunigt.
3. Talente von außen holen
Überall dort wo es möglich ist, bestimmte klar definierte Aufgabenbereiche auszulagern, sollte dies gemacht werden. Das trifft zum Beispiel auf den Dienstleistungssektor und die Immobilienbranche zu. Diese Veränderungen in den Arbeitsbeziehungen führen auch zu neuen Arbeitsweisen und Vergütungsmodellen.
4. Mehrwert durch Interaktion
Durch neue Formen des Informationsaustauschs, etwa über Wikis, virtuelle Projekt- und Collaboration-Räume sowie Videokonferenzen kann implizites Mitarbeiterwissen noch besser genutzt werden und die Produktivität merklich gesteigert werden.
Voraussetzung für eine effizientere Interaktion ist unter anderem, dass alle Beteiligten auf einer gemeinsamen Wissensbasis zusammenarbeiten können. Zudem muss gewährleistet sein, dass Mitarbeiter vertrauensvoll kooperieren und dadurch Herrschaftswissen abgebaut wird, eine Herausforderung für das Management. Bis 2015 sollen 44 Prozent der Arbeitsplätze in den USA auf diese Form, der Zusammenarbeit ausgerichtet sein.
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