Von Matthias Kremp
Schwächen beim Datenfunk
Hört sich alles toll an, muss aber erst noch Realität werden. Immerhin: Gespräche mit dem Autoradiohersteller Blaupunkt und dem Naviproduzenten Magellan Navigation sind bereits im Gange. Und auch die ersten Netzbetreiber haben schon angekündigt, das Gerät vertreiben zu wollen, darunter ein russisches, ein italienisches und ein israelisches Unternehmen. Zu deutschen Firmen hat Modu offenbar noch keinen Kontakt aufgenommen.
Modulare Konzepte scheinen zurzeit im Trend zu liegen. So stellte Bug Labs auf der US-Technikmesse CES Anfang Januar ein modulares System vor, mit dem man sich - von einem Rechnergrundmodul ausgehend - aus verschiedenen Bausteinen verschiedenste Gadgets selbst zusammenbasteln kann.Und auch die ersten Ideen für Jackets mit Zusatzfunktionen gibt es schon. So wünscht sich die Cellcom Israel eine Variante für Soldaten, die mit einem integrierten Blitzlicht ausgestattet werden soll. Die russische Vimpelcom hingegen hat Jackets mit Comicmotiven geordert, will damit vor allem Kinder ansprechen. Die Plattenfirma Universal Music soll angeblich planen, ein in irgendeiner Weise musikzentriertes Jacket zu entwickeln.
Der Nachfolger ist schon in Planung
Das könnte durchaus sinnvoll sein, denn schon von Haus aus ist im Modu ein MP3-Player integriert, der aber nur den Ein-Gigabyte-Speicher des Geräts nutzen kann, also etwas mager bestückt ist. Ohnehin weist das Modu derzeit noch einige technische Schwachpunkte auf. Das betrifft vor allem die Datenübertragung. Dafür nutzt das Gerät den GSM-Aufsatz GPRS. Von UMTS, HSDPA oder dem GPRS-Nachfolger Edge ist nicht die Rede.
Das soll allerdings mit der zweiten Version nachgeliefert werden, verspricht Moran. Und dann auch gleich richtig, mit der aktuell schnellsten Variante, also HSDPA. Um Erstkäufer bei der Stange zu halten, soll diese Version allerdings mit den Jackets des Erstlings kompatibel sein.
Bleibt abzuwarten, ob das Modulkonzept bei den Kunden ankommt. Bisher lag Moran mit seinen Ideen goldrichtig. Bevor ihm die Idee zum Modu kam, hat der israelische Entwickler schon einmal einen großen Coup gelandet. Mit seiner ersten Firma namens M-Systems entwickelte er jahrelang so erfolgreich Flashspeicher, dass sein Unternehmen 2006 für 1,6 Milliarden Dollar vom Speicherkartenhersteller Sandisk übernommen wurde.
Und Sandisk scheint auch heute noch viel Vertrauen in Morans Erfindergeist zu haben, hat bereits fünf Millionen Dollar in Modu investiert. Die sollen sich bald auszahlen, da ist man sich bei Modu sicher. Allein über den Verkauf von Jackets könne das Unternehmen künftig eine Milliarde Dollar pro Jahr umsetzen. Man wird sehen.
© manager magazin online 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH