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manager magazin



14.02.2008
 

Mobiltelefone

Handy aus dem Baukasten

Von Matthias Kremp

Das Handy der Zukunft ist modular - meint zumindest eine Firma aus Israel, die jetzt das Modu-Handy auf den Markt bringt. Es funktioniert nach dem Baukastenprinzip. Ein Mobiltelefon dient als Basis und lässt sich vom MP3-Wecker bis zum digitalen Bilderrahmen aufrüsten.

Hamburg - Es ist so schlicht, wie es ein Handy nur sein kann: rechteckige Form, schwarze Oberfläche, ein großer Bildschirm, drei Tasten, so sieht das Modu aus. Schick ist das nicht, aber mehr braucht es auch nicht. Tasten, Knöpfe und Anschlüsse werden über sogenannte Jackets bestimmt, einfach aufgebaute Hüllen, in die das Modu einfach eingesteckt wird. Diese Jackets bestimmen am Ende auch den Look eines jeden Modu-Handys - und der ist nach Lust und Laune austauschbar.

Ähnliche Ideen gab es schon früher. Eines der unrühmlichsten Beispiele lieferte 2003 die Mobilfunksparte von Siemens Chart zeigen. Mit viel Brimborium wurde die Modehandymarke Xelibri eingeführt. Kleine, modisch aufgemachte Mobiltelefone sollten die Kunden dazu verführen, sich für jeden Anlass ein anderes Designhandy zuzulegen. Der Plan floppte kolossal, das Xelibri-Konzept wurde schon nach wenig mehr als einem Jahr zu Grabe getragen. Kaum jemand war bereit, sich alle paar Monate ein viele hundert Euro teures Xelibri-Handy zu kaufen.

Zusatzfunktionen per Jacketkauf

Diesen Fehler will Modu nicht wiederholen. Alles, was am Handy teuer ist, also das Mobilfunkteil, die Antenne, das Display und der Speicher, sind im Hauptmodul untergebracht. Die Jackets hingegen können im besten Fall für wenige Euro hergestellt werden, bestehen dann aus wenig mehr als etwas Kunststoff, einer Plastiktastatur und einer Anschlussleiste für das Modu. Im Paket mit zwei Jackets soll das Modulhandy unter 200 Euro kosten, wenn es im Oktober auf den Markt kommt.

Mit ein wenig modischem Schnickschnack soll das Modu aber noch lange nicht am Ende seiner Fähigkeiten sein, verspricht Modu-Gründer Dov Moran. Ausgefeiltere Jackets könnten beispielsweise auch eine Digitalkamera enthalten. Der Vorteil: Steht eine neue Kameratechnologie mit höherer Auflösung zur Verfügung, kauft man sich einfach ein neues Jacket, statt gleich das ganze Handy auszutauschen.

Doch das Konzept geht noch viel weiter. Denn Moran sieht gute Chancen, das Modu nicht nur als Handy, sondern auch als Zubehör für allerlei Unterhaltungselektronik zu vermarkten. So könnten beispielsweise Digitalkameras oder Camcorder mit einem Modu-Slot ausgestattet werden, um ihre Fotos drahtlos über das Internet zu verschicken. Ein Autoradio mit Modu-Steckplatz würde durch Einstecken des Telefonmoduls zur Freisprechanlage, ein Navigationsgerät könnte sich damit Verkehrsinformationen aus dem Netz laden - und abends landet es zum Aufladen in einem digitalen Bilderrahmen und spielt die tagsüber geschossenen Fotos ab.

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