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manager magazin



10.02.2008
 

Nordkorea-Onlinehandel

"Alles ist schlecht"

Wie wäre es mit einem Geländewagen oder Boxhandschuhen aus einem kommunistischen Land? Nordkorea probt den Einstieg in den Handel per Internetseite. Doch der Versuch, dort tatsächlich etwas zu kaufen, scheitert meist an technischen Hindernissen.

Hamburg - Interesse an einem Geländewagen made in Nordkorea? Oder wie wäre es mit ein Paar Boxhandschuhen aus dem kommunistischen Land? Sie sind - vielleicht - nur einen Mausklick entfernt. Die Machthaber in Nordkorea, die bislang vor allem durch ihre säbelrasselnde Atompolitik auf sich aufmerksam gemacht haben, entdecken nun anscheinend den E-Commerce für sich.

Stück mit Sammlerwert im Westen: Eine Briefmarke mit Bildern der nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Il und Kim Il-sung
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DPA

Stück mit Sammlerwert im Westen: Eine Briefmarke mit Bildern der nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Il und Kim Il-sung

Beobachter werten diesen Schritt des verarmten Landes als Versuch, dringend benötigte Devisen einzunehmen. Auch solle deutlich gemacht werden, was das Land zu bieten habe. Auf einer Webseite, die in Koreanisch, Englisch, Chinesisch, Russisch und Japanisch aufgerufen werden kann, bietet man auch Fahrräder, Briefmarken, Rollschuhe und Anzüge für Taekwondo an. Mittels eines Warenkorbknopfs kann man die gewünschten Dinge vormerken. Zur Zahlung würden Kreditkarten akzeptiert, wie es heißt.

Die Homepage liefert daneben allgemeine rechtliche Informationen für Ausländer zum Handel mit Nordkorea. Das DPRK in der Webadresse steht für Democratic People's Republic of Korea, Demokratische Volksrepublik Korea.

Aber wie so vieles in der nordkoreanischen Wirtschaft funktioniert der Internetladen nicht besonders gut. Mal ist die Seite tagelang nicht erreichbar, und wenn man sie tatsächlich einmal erwischt, dann erzeugt der Klick auf eine der 14 Produktkategorien oft keine Reaktion.

Der Shopping-Bereich sei seit dem 31. Dezember online und scheine nur auf Ausländer zu zielen, denen gezeigt werden solle, was die nordkoreanische Wirtschaft zu bieten habe, erklärte ein Mitarbeiter des südkoreanischen Ministeriums für die Wiedervereinigung. Der Administrator der Webseite, die sich Chollima nennt, sitzt in einem Büro in der nordostchinesischen Stadt Shenyang. Ein Mann, der dort ans Telefon ging, erklärte, die Website werde in Kooperation mit einer chinesischen Firma betrieben. Einen Namen wollte er nicht nennen. Angesprochen auf die Verbindungsschwierigkeiten erklärte er, die Website sei derzeit nur versuchsweise eingerichtet worden, sie werde aber "schon sehr bald" ganz zur Verfügung stehen.

Über die Existenz der Website berichtete Ende Januar erstmals die größte südkoreanische Zeitung, "Chosun Ilbo". Andrej Lankow, ein russischer Nordkoreaexperte, erklärte, es sei schon bedeutsam, dass der Administrator in Shenyang sitze. Die sieben Millionen Einwohner zählende Stadt sei so etwas wie die Hauptstadt des nordkoreanischen Außenhandels. Das Problem der nordkoreanischen Waren sei aber die Qualität, sagte Lankow, der in Nordkorea studierte und in Seoul an der Kookmin-Universität lehrt. "Sie haben nichts Ernsthaftes zu verkaufen. Niemand will ihre Produkte. Alles ist schlecht." Interessant sei das nur für Menschen, die etwas Exotisches suchten.

Kelly Olsen, AP

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