Von Mirjam Hecking
Werbung statt Schweinebäuche
Von kleinen Änderungen abgesehen kamen die Networks mit ihren Werbeplänen allerdings durch. Und anderswo, beispielsweise bei der Seite Stayfriends, die von ihren Werbestrategien weniger Aufheben machten, lief das Ganze deutlich unaufgeregter ab.
Abseits der großen Angebote von Google
, YouTube, den Social Networks und - zumindest in Deutschland - den großen Medienmarken, wird das Netz aber immer diffuser. Immer mehr spezifische Angebote entstehen - vom Sport- über das Hundebesitzer- bis zum Autoliebhabernetzwerk. Und lokale oder regionale Angebote werden ebenfalls immer beliebter.
Um auch in diesem zersplitterten, aber immens großen Markt Werbung erfolgreich betreiben zu können, haben sich, allen voran in den USA Netzwerke, sogenannte Ad Networks, etabliert. Diese fungieren als Mittler zwischen den Plattformen und Werbetreibenden und vermitteln - zum Teil sogar in Realtime - Werbeplätze wie Schweinebäuche an die Meistbietenden.
Für den Werbemarkt im Internet wird 2008, davon sind viele überzeugt, ein wegweisendes Jahr sein. Visionen und Möglichkeiten gibt es viele: Sie reichen von Belohnungssystemen für diejenigen, die sich freiwillig mit Werbung berieseln lassen über einen Boom bei möglichst unterhaltsamen Werbevideos und videounterbrechender Werbung bis zur Idee einer sogenannten No-Tracking-List. Darauf, so die Vorstellung, sollen sich User registrieren lassen können, die keine rückverfolgbaren Spuren im Netz hinterlassen wollen.
Trend zu vertikalen Netzwerken
Eine andere Spielart, wie sich der Markt weiterentwickeln könnte, sind die bislang noch sehr raren sogenannten vertikalen Netzwerke - Themen- und Werbeplattformen, die unterschiedlichste Beiträge von Medien und Bloggern in einem Portal vereinigen.
Ein - und das derzeit wohl erfolgreichste - Beispiel dafür ist das Lifestyle-Portal Glam, die Nummer eins in den USA. Es bündelt frauenzeitschriftentypische Beiträge von diversen großen Medien und mehreren Hundert ausgewählten Bloggern - und verkauft, äußerst gewinnträchtig, gleichzeitig Werbung dafür.
Bislang ist dieses Modell noch nicht sehr weit verbreitet. Einige Internetexperten, darunter auch der renommierte Medienblogger Jeff Jarvis, sehen genau darin jedoch die Zukunft.
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