Donnerstag, 9. Februar 2012, 21:47 Uhr

manager magazin



29.01.2008
 

Second-Life-Gründer

"Noch am Anfang"

Vor einem Jahr erreichte der Hype um Second Life seinen Höhepunkt, mittlerweile ist es ruhig geworden um die virtuelle Welt. Gründer Philip Rosedale über die Zukunft der Plattform und die Probleme, die der rasante Anstieg der Nutzerzahlen mit sich brachte.

San Francisco – Die Onlinewelt Second Life steht nach Aussagen des Gründers "immer noch am Anfang". Trotz des Medienhypes im vergangenen Jahr sei die Betreiberfirma Linden Lab mit 250 Mitarbeitern vergleichsweise klein - daher habe man Schwierigkeiten gehabt, den rasanten Anstieg der Nutzerzahlen zu verkraften.

"Abstürze reduzieren": Gründer Rosedale will die technischen Probleme seines Unternehmens beheben
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"Abstürze reduzieren": Gründer Rosedale will die technischen Probleme seines Unternehmens beheben

"Es war enorm viel Arbeit, 'Second Life' am Laufen zu halten", sagt Rosedale. Seit 2003 online war die dreidimensionale Welt im vergangenen Jahr ins Blickfeld einer breiten Öffentlichkeit geraten.

Rosedale räumt ein, dass sein Unternehmen nach wie vor einige technische Probleme beheben muss. Es gehe darum, die Zahl der Abstürze zu verringern, die Grafik zu verbessern und an der Suchfunktion zu arbeiten. "Die Schwierigkeiten haben einige Leute davon abgehalten, Second Life zu nutzen", sagt er. Der Gründer der in San Francisco ansässigen Firma betont aber, dass die Entwicklung einer derartigen dreidimensionalen Umgebung sehr komplex sei. Das 150-köpfige Entwicklungsteam habe in den vergangenen Monaten schon einige Verbesserungen erreicht. "Im ersten Quartal 2008 werden wir die Zahl der Abstürze deutlich reduzieren", kündigt er an.

Nur bedingt als Marketinginstrument tauglich

Obwohl zahlreiche Unternehmen bereits in Second Life präsent sind, hält Rosedale die Plattform bislang nur bedingt als Marketinginstrument tauglich: "Im Moment haben wir pro Tag 200.000 Nutzer - das ist noch eine kleine Zielgruppe." Aber bereits heute könne man die Plattform als Kommunikationsmedium nutzen. "Firmen veranstalten Meetings und bringen Leute aus verschiedenen Teilen der Welt zusammen", nennt er ein Beispiel. Zudem seien inzwischen Hunderte von Universitäten online. "Man kann dort Kurse belegen - das ist nicht nur ein Experiment."

Rosedale zeigt sich überzeugt, dass sich das Internet in einigen Jahren zu einer virtuellen Welt entwickelt. "Internetseiten mit Texten und Bildern werden aber weiter wichtig sein." Diese seien möglicherweise in Form von Fenstern in die dreidimensionale Umgebung eingebettet.

Eine solche virtuelle Welt werde aber nicht aus einem einzigen geschlossenen System wie Second Life bestehen, sondern aus einer Vielzahl von 3D-Plattformen. Daher sei es notwendig, offene Standards zu schaffen, damit beispielsweise Nutzer ihren Avatar mitnehmen könnten.

Christof Kerkmann, dpa

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