Von Martina Lamping
Die Vorteile von Java
Einer der Vorteile der Programmiersprache ist ihre Plattformunabhängigkeit. Java läuft sowohl auf dem Handy, dem Arbeitsplatz-PC oder einem Enterprise Class Server – unabhängig von der Art des Betriebssystems oder der Hardware. Es gilt "Write Once Run Everywhere". "Dadurch, dass Schnittstellen zu allen Umgebungssystemen entwickelt werden können, lässt sich Java in fast jede bestehende IT-Infrastruktur integrieren", so Raoul Herborg, Geschäftsführer des Softwarehauses Virtual Solution, das sich auf die Entwicklung individueller Softwarelösungen auf Basis von Java spezialisiert hat.
Darüber hinaus ermöglicht die Java-Plattform eine kostengünstige Entwicklung von Anwendungen. Denn Java verfügt über die größte Entwicklerbasis weltweit. Es existiert eine Vielzahl an Funktionen, die als fertige Komponenten genutzt werden können. Durch den Einsatz solcher Komponenten können sich die Programmierer auf die spezifischen Anforderungen eines Unternehmens konzentrieren. Individuelle Unternehmenslösungen lassen sich so zum Preis einer Standardsoftware entwickeln.
Aus dem Open-Source-Umfeld kommen zudem fast im Wochenrhythmus neue Lösungen hinzu. Es ist zu erwarten, dass sich diese Innovationskraft durch die Freigabe von Java als Open Source nochmals vervielfacht.
Je mehr Features als fertige Bausteine zur Verfügung stehen, desto stärker lassen sich Entwicklungszeiten und -kosten senken. Eine Beschleunigung erfährt der Entwicklungsprozess auch durch die moderne Softwarearchitektur, die eine Trennung von Darstellung, Logik und Datenspeicherung ermöglicht. Einzelne Komponenten können dadurch unabhängig voneinander entwickelt werden. Eine komplexe Individuallösung ist dank der technologischen Entwicklung heute oft schon nach wenigen Monaten einsatzbereit.
Kosten entstehen jedoch nicht nur bei der Entwicklung einer Anwendung. Nicht selten ist es die ERP-Implementierung, die die Ausgaben in die Höhe schnellen lässt. Bei einer Standardsoftware fällt besonders das Customizing ins Gewicht. Die Anpassung erweist sich dabei als umso aufwändiger, je spezifischer die Geschäftsprozesse eines Unternehmens sind. "Unserer Erfahrung nach ist der Kostenaufwand bereits dann zu hoch, wenn mehr als 25 Prozent des Funktionsumfangs angepasst werden müssen", berichtet Herborg. Und auch inhaltliche Nachteile sind zu befürchten. Denn statt einen Geschäftsprozess optimal abzubilden, zielt die Anpassung darauf ab, den Vorgang in die Standardapplikation hineinzupressen.
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