11.01.2008
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PC-Steuerung

Aus die Maus

Von Konrad Lischka, Las Vegas

3. Teil: Schwierige Suche nach Investoren

Schwierige Suche nach Investoren

Seit sechs Jahren versucht der Erfinder nun, Software- und Elektronikkonzerne für seine patentierte Idee zu begeistern. Als Mausersatz funktioniert das Gerät schon problemlos mit einem von Howard selbst programmierten Treiber. Aber um damit Spiele, virtuelle Musikinstrumente oder Zeichenprogramme intuitiv steuern zu können, müssen die Softwarefirmen das Gerät unterstützen. Der Programmieraufwand dürfte aber erst interessant werden, wenn sicher gestellt ist, dass eine kritische Menge an Lightgloves im Einsatz ist. Dafür braucht Howard wiederum einen Hardwarehersteller, der die Geräte produziert. Nur: Warum sollte ein Elektronikkonzern das tun, wenn es noch kaum Software für das Gerät gibt?

Nintendos Wii:  Ähnlich funktioniert auch der  Lightglove von Howard
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Nintendos Wii:
Ähnlich funktioniert auch der Lightglove von Howard

Das Problem des Erfinders Howard ist nicht die Technik: Der Lightglove funktioniert, ist nach ein paar Minuten Eingewöhnung intuitiv zu bedienen. Das Gerät ist viel leichter als eine Armbanduhr. Eine reizvolle Idee, wenn man es zu Hause trägt und damit bedient, was immer in der Nähe ist: Fernseher, Stereoanlage, Spielkonsole, Licht. Nur wird aus einer guten Idee und einem ordentlich funktionierenden Prototypen nicht einfach so ein Produkt.

Das hat Howard in den vergangenen sechs Jahren lernen müssen. Dreimal hat er in Las Vegas Firmen seinen Prototypen vorgeführt. Die Messeauszeichnungen stehen in der Hotelsuite: eine schwarze A4-große Plakette auf dem Kühlschrank (Best of Innovations 2008), ein Aufsteller aus Plexiglas auf dem Schreibtisch (Best of Innovations 2004).

"Ich war einfach zu früh dran"

Howard hat sein Steuerarmband auf Konferenzen in Zürich und Stanford vorgeführt. Nur der große Deal steht noch aus. Ein paar Risikokapitalgeber und Freunde haben die Entwicklung bis jetzt finanziert. Während Howard das erzählt, wird es immer heißer in der Hotelsuite. Das Kamerateam hat zwei Scheinwerfer aufgebaut, testet das Licht. Howard wäscht sich im Bad die Hände mit kaltem Wasser, schaut in den Spiegel und seufzt: "Ich war einfach zu früh dran."

Kaum jemand habe sich vor sieben, acht Jahren vorstellen können, wozu das Steuerarmband gut ist. Howard: "Als dann 'Minority Report' ins Kino kam, waren die Leute etwas offener. Und seit Nintendos Wii erschienen ist, wächst das Interesse für neue Eingabegeräte." Deshalb steht das CNBC-Fernsehteam in der Hotelsuite des Erfinders: Er wird für eine Serie über Erfinder porträtiert.

Howard ist ungeduldig. Er schaut aus dem Bad zu den Kameraleuten hinaus. Sie testen noch das Licht. Howard fährt sich durch die Haare, erzählt: "Ich habe jetzt wieder ein gutes Gefühl. Nach dem Erfolg von Wii und iPhone sind Firmen offener."

Offen bedeutet: Howard soll für Interessenten Prototypen bauen, damit die Entwickler in den Firmen damit experimentieren können. 100 Lightgloves wird der Ingenieur in den nächsten drei Monaten zusammenbasteln. In seinem Keller, von Hand. Und er wird weiter hoffen.

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