Von Konrad Lischka, Las Vegas
Las Vegas - Bruce Howard ist wieder einmal zu früh dran: Der Ingenieur sitzt in weißem Hemd und schwarzer Anzugshose in seiner Hotelsuite im Hilton neben dem Messegelände der CES, fertig geschminkt, die Haare glatt zur Seite gekämmt. Er wartet darauf, dass er dem Kamerateam vom US-Sender CNBC endlich seine Erfindung vorführen kann.
Der untersetzte Mittfünfziger nestelt an dem silberfarbenen Handy in seinem Gürtel, sucht seine Brille, findet sie in der Brusttasche des Hemdes, zieht sie heraus, steckt sie ein, setzt sich an das Laptop vor dem riesigen Fernsehschirm, streift ein schwarzes Armband um und startet ein Flipperspiel.
Dafür berührt er den Laptop nicht. Howard dreht seinen rechten Daumen ein wenig, der Mauszeiger bewegt sich, dann winkt er ganz leicht mit seinen Fingern und der Mauszeiger klickt das Programmsymbol an. Ein wenig erinnern Howards Bewegungen an den Science-Fiction-Film "Minority Report", in dem Tom Cruise mit seinen Händen durch virtuelle Karten und Akten blättert.
Das ist Howards Erfindung: der Lightglove, zu Deutsch der Lichthandschuh. Wie ein Wii-Controller registriert das Armbanduhr-große Steuergerät, wie, wohin und wie schnell man seine Hand bewegt. Aber anders als ein Wii-Controller registriert der Lightglove auch Bewegungen der einzelnen Finger. Howard demonstriert das beim Flipper-Spiel: Mit dem kleinen Finger schießt er den Ball ins Spiel, mit dem Daumen lässt er den linken Flipperhebel rattern, mit dem Zeigefinger den rechten.
Howard starrt auf den Monitor, lächelt abwesend unter seinem grauen Oberlippenbart, steht auf, beugt sich vor und flippert, während das Kamerateam hinter ihm die Scheinwerfer aufbaut.
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