Von Peter Dewald
Mieten statt kaufen
Mieten statt Kaufen lautet daher auch ein Credo des modernen Mittelstandes und könnte die Einkaufspolitik der kommenden Jahre deutlich verändern. Denn bereits heute müssen Unternehmen bis zu 40 Prozent ihres gesamten IT-Budgets nur für Anwendungen verplanen. Die Firmen setzen daher in bestimmten Bereichen zunehmend auf entsprechende Lösungen, sogenannte Software as a Service, mit denen sie ihre Anwendungen über die weltweiten Datennetze nicht nur beziehen sondern auch nutzen und bedarfsabhängig abrechnen können.
Bislang verwendet gemäß einer Umfrage der Zeitschrift "Computerwoche" schon fast ein Fünftel aller Mittelständler entsprechende Softwarelösungen – Tendenz steigend. So können sich weitere 15 Prozent den Einsatz grundsätzlich vorstellen.
Die Vorteile aus Sicht der Unternehmen liegen auf der Hand, wie die Studie ergab: Anschaffungs- und Wartungskosten werden von den befragten Unternehmen als deutlich geringer eingeschätzt. So können die IT-Verantwortlichen etwa bei einem CRM-Projekt für 200 Mitarbeiter rund 30 Prozent einsparen, ergab eine Berechnung der Unternehmensberatung McKinsey. Zudem wird durch die lang laufenden Verträge weniger Eigenkapital gebunden und die Liquidität geschont, was die Bilanz entlastet und das Rating gegenüber Banken verbessert.
Komplexität ist entscheidend
Die Akzeptanz in den Unternehmen dürfte daher in den nächsten Jahren deutlich steigen. Schon jetzt gehen Analysten davon aus, dass sich das Umsatzvolumen für Mietsoftware bis 2011 mehr als verdoppelt.
Allerdings hängt die Akzeptanz solcher Mietlösungen sehr stark vom Einsatzgebiet ab. Während weniger komplexe Lösungen wie etwa Anwendungen zur Adressverwaltung oder dem Kundenmanagement, aber auch Software für die Bürokommunikation, Multimediapakete und Layoutwerkzeuge laut Meinungsumfragen sicherlich einer rosigen Zukunft entgegenschauen, wird sich die Mietsoftware bei komplexeren Softwarelösungen wie etwa betriebswirtschaftlichen Anwendungen wohl eher langsam durchsetzen. Denn viele Anwender befürchten eine vermeintliche Abhängigkeit durch die Softwareservices sowie eine geringere Sicherheit ihrer Daten und scheuen daher noch den Einsatz von Anwendungen, die ihre Kernprozesse betreffen. Aus diesem Grund wird Software in diesen Bereichen zunächst auch weiterhin gekauft werden.
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