Von Peter Dewald
Frankfurt am Main - Montagmorgen, 9.30 Uhr, Gespräch in einer Bank: Der Chef eines traditionellen Mittelständlers trifft in einer schwäbischen Kleinstadt seinen Bankbetreuer. Das Gespräch verläuft unerwartet schnell – und mit unerfreulichem Ausgang für den Unternehmer: Er kann die Auswertungen und Zahlen, die der Banker verlangt, nicht vorlegen.
Das liegt allerdings nicht daran, dass die Firma nicht auf Kurs ist. Die Kreditvergabe scheitert vielmehr an nicht vorliegenden und veralteten Zahlen. Das Problem des Unternehmers: Seine EDV-Systeme entsprechen hinsichtlich Transparenz und Schnelligkeit nicht mehr den Anforderungen, wie sie heute von Banken gestellt werden.
Für deutsche Mittelständler ist dies einer Umfrage des Marktforschers Techconsult zufolge eines der Topthemen im Jahr 2008. Auf der Agenda steht, die internen Prozesse mit dem Ziel unter die Lupe zu nehmen, Abläufe besser zu strukturieren und neue Wachstumsfelder zu erschließen. Dafür wollen sie ihre IT-Investitionen in zusätzliche Software lenken, die diese Anforderungen abdeckt.
Controllinginstrumente sind gefragt
Laut der Studie stehen vor allem Lösungen im Mittelpunkt, die den Unternehmen helfen, ihre Unternehmenskennzahlen besser unter Kontrolle zu halten (Controlling- und Analysesoftware, neudeutsch: Business Intelligence) und die mit der Flut von Dokumenten aufräumen (Dokumentenmanagement). So wollen 13 Prozent der Unternehmen in Business-Intelligence-Lösungen und 20 Prozent in Dokumentenmanagement-Software investieren, so die Marktforscher. Im Controllingsektor planen sogar 23 Prozent der Befragten, aktiv zu werden.
Zudem wird der Kunde als König wiederentdeckt. Lösungen für das sogenannte Kundenbeziehungsmanagement (Customer Relationship Management, CRM) sind ganz oben auf der Wunschliste der Mittelständler und werden von 20 Prozent der Unternehmen vermehrt nachgefragt.
Aber ganz gleich, welche Software gekauft wird: Mittelfristig wird sich der Trend verstärken, Programme auch via Internet zu beziehen und zu mieten. Hiervon sind jedenfalls die meisten Marktforscher wie Gartner, Experton Group oder IDC überzeugt.
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