Von Konrad Lischka und Matthias Kremp, Las Vegas
Las Vegas - Das ist ein harter Tag für Jodi Sally. Die Toshiba-Managerin steht auf der wichtigsten US-High-Tech-Show CES vor ein paar Hundert Journalisten, Bloggern und Analysten und kann ihr wichtigstes Produkt nicht zeigen. Sally steht steif da, schaut ins Leere und versucht so schnell wie möglich, wieder vom Podium zu kommen.
Wochenlang waren sich die Technikgerüchteseiten im Internet einig: Ein wichtiges Produkt von Toshiba
Jetzt muss Toshiba-Managerin Sally so tun, als sei Toshiba bloß ein Fernsehhersteller. Etwa fünf von 45 Minuten spricht die Toshiba-Managerin über ihr einstiges Vorzeige-Format HD DVD: Eine Million HD-DVD-Abspieler habe man schon in den USA verkauft. Toshiba sei Marktführer, wenn es um die DVD der nächsten Generation gehe. Außerdem sei HD DVD schon oft totgesagt worden.
Allerdings sieht es nun so aus, als würden im kommenden Jahr etwa zwei Drittel der Hollywoodfilme nicht mehr im HD-DVD-Format erscheinen. Und dazu sagt Sally nichts. Keine Ankündigungen, keine Fragen, nur Durchhalteparolen - und dann eine sehr lange Vorführung vieler neuer, extrem flacher Fernseher.
Noch ist nicht restlos geklärt, welches Videoformat sich durchsetzen wird: Blu-ray? HD DVD? Beide? Oder spielen DVD-Träger bald keine entscheidende Rolle mehr, weil die Videobilder gleich aus dem Internet kommen?
Während Elektronikkonzerne und Filmstudios den Formatkrieg für die nächste DVD-Generation ausfechten, ignorieren Kunden das Gerangel - und kaufen immer mehr Flachbildfernseher: 2007 etwa doppelt so viele wie 2006.
Die Hersteller heizen die Stimmung an, versprechen Geräte mit besseren Bildern, größeren Schirmen, kleineren Gehäusen, Internetanschluss und USB-Schnittstellen.
Fernsehflundern und Wohnzimmernetzwerke - die TV-Trends der CES in Las Vegas:
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