New York - Wikipedia-Gründer Jimmy Wales hat am Montag seine offene Suchmaschine Wikia Search online geschaltet. Wie beim Onlinelexikon Wikipedia setzen die Wikia-Betreiber auf die Mitarbeit der Nutzer. Diese sollen Suchergebnisse bewerten und ergänzen.
"Das größte Problem konventioneller Suchmaschinen liegt darin, dass sie undurchsichtig und in sich geschlossen sind", erklärte Wales vor Kurzem im Gespräch mit manager-magazin.de. Google sei eine Black Box. "Keiner weiß, und es gibt auch keinen Weg herauszufinden, warum ein Treffer vor dem anderen auftaucht. Das wollen wir ändern", erläutert der Wikipedia-Gründer.
Als Beispiel für die Mitarbeit nannte Wales, wenn etwa mehrere Surfer eine Seite als Spam (Müll) markierten, erscheine diese nicht mehr in den Ergebnislisten. Zudem handelt es sich bei Wikia um eine Open-Source-Software. Der Quellcode ist - anders als etwa bei Google
- frei verfügbar. Somit können Nutzer mit Programmierkenntnissen nachvollziehen, wie die Suchergebnisse zustande kommen und die Software selbst weiterentwickeln.
Wikia Search soll Geld einbringen
Wales betonte, dass es sich bislang um eine vorläufige Version handle, die nur 50 bis 100 Millionen Internetseiten durchsuche. Das ist ein Bruchteil des Datenbestandes der Konkurrenten Google, Yahoo
oder MSN von Microsoft
.
Anders als Wikipedia ist die Suchmaschine aber wie die Konkurrenzprodukte ein kommerzielles Projekt. Betreiber ist die Firma Wikia.com, die Wales 2004 gründete. Die Suchmaschine soll sich über Werbung finanzieren, an der die freiwilligen Mitarbeiter jedoch nicht beteiligt werden sollen.
Der Suchmaschinenbetreiber Google hatte im Dezember angekündigt, eine neue Wissensdatenbank mit dem Namen "Knol" zu testen, in direkter Konkurrenz zu Wikipedia.
manager-magazin.de mit Material von dpa
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