Las Vegas - Mit einer Demonstration futuristischer Computertechnologien hat Microsoft-Gründer Bill Gates auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas seinen Rückzug aus dem operativen Geschäft des Softwarekonzerns eingeläutet. In der Eröffnungsrede der CES am Sonntagabend (Ortszeit) nahm Gates ein letztes Mal auf der größten amerikanischen Messe für Unterhaltungselektronik die traditionelle Rolle des Chefvisionärs der Computerindustrie ein. Er präsentierte unter anderem einen neuartigen Computer für den Einsatz im Auto sowie neu entwickelte Computerhandys.
Gates hatte vor der CES angekündigt, sich bis zum Sommer 2008 fast vollständig aus seiner Führungsposition bei Microsoft
Gates sagte, er habe erstmals 2001 über das "digitale Jahrzehnt" gesprochen. Seitdem habe sich die Technologie mit atemberaubender Geschwindigkeit zum "zentralen Weg dafür entwickelt, wie wir arbeiten, lernen und spielen". "Aber in vielen Fällen stehen wir noch völlig am Anfang der Transformation, die Software ermöglichen wird."
In der kommenden "digitalen Dekade" werde Technologie das Leben reichhaltiger und produktiver machen und mehr kommunikative Möglichkeiten schaffen. Zu den Schlüsselelementen, die die Softwareentwicklung in den kommenden zehn Jahren wesentlich bestimmen würden, zählt Gates neben neuen hochauflösenden Displays auch online verfügbare Serviceangebote sowie natürliche Eingabewege etwa über Berührung oder Sprachsteuerung.
Wie sich Software-gesteuerte Geräte künftig intuitiv einfach per Berührung bedienen lassen können, demonstrierte Gates an einem Modell des von Microsoft entwickelten und vor einem halben Jahr erstmals vorgestellten Computertisches mit dem Namen Surface. Auf dessen Oberfläche lassen sich Objekte per Berührung mit dem Finger bewegen sowie Aktionen ausführen. Gates demonstrierte, wie sich zum Beispiel der Käufer eines Snowboards das Design seines Brettes selbst zusammenstellen kann. Die Bestellung kann anschließend online erfolgen, indem ein auf dem Tisch liegendes Handy die Daten automatisch übermittelt.
Zusammen mit Robbie Bach, Entertainment- und XBox-Chef von Microsoft, kündigte Gates etliche Partnerschaften mit Medienunternehmen an. Zusammen mit NBC Universal werde Microsoft zu den Olympischen Spielen in Peking ein umfangreiches TV-Angebot über seine Plattform MSN anbieten. Insgesamt 3000 Stunden an Liveberichten sollen über das Microsoft-Portal auf Abruf verfügbar gemacht werden. Zur zentralen Medienplattform will Microsoft auch die Online-Spieleplattform XBox Live für die XBox 360 ausbauen.
In Kooperation mit dem amerikanischen TV-Sender ABC und dem Disney Channel sollen über XBox Live künftig zahlreiche TV-Shows sowie beliebte Serien wie "Desperate Housewives" oder "Grey's Anatomy" verfügbar sein, kündigte Bach an. MGM werde seine Bibliothek von Filmklassikern beisteuern.
manager-magazin.de mit Material von dpa
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