Frankfurt am Main - Von Januar bis Ende November wurden nach Erkenntnissen der Frankfurter Euro Kartensysteme GmbH in Deutschland nahezu 10.400 Karten gefälscht und damit fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. "Die Kriminellen verlagern sich zunehmend auf das Fälschen, weil sie mit diesen Karten im Ausland direkt an Bargeld kommen, ohne dass es der Karteninhaber sofort mitbekommt", sagte die Leiterin des Sicherheitsmanagements für Zahlungskarten bei Euro Kartensysteme, Margit Schneider, der Nachrichtenagentur dpa.
EC-Karten: Kriminelle verlagern sich zunehmend auf das Fälschen
Der Diebstahl von EC-Karten ging in diesem Jahr leicht zurück - nach Überzeugung von Schneider auch wegen der einfacheren Notrufnummer 116 116 zum Sperren der Karten: Dass Verbraucher sich damit schneller gegen missbräuchliche Verwendung geklauter Karten schützen könnten, hätten auch Kriminelle mitbekommen.
Bei Euro Kartensysteme wurden bis Ende November 2007 insgesamt 727 Fälle gemeldet, in denen mittels Manipulation an Geldautomaten oder Zahlungsterminals die Kartendaten von Kunden in Deutschland ausgespäht wurden. Im gesamten Vorjahr waren 753 Fälle bekanntgeworden, 2005 waren es 502.
Somit sei die Zahl der Attacken in diesem Jahr zwar wieder leicht zurückgegangen, sagte Schneider. Doch die Karten und ihre Daten wurden oft gleich mehrfach für kriminelle Geschäfte genutzt, sodass sich die Zahl der Betrugsfälle insgesamt erhöhte. Unter dem Strich zählte Euro Kartensysteme 1141 "Angriffe" auf Geldautomaten. "Früher ging man davon aus, dass ein Institut, wenn es einmal betroffen war, nicht mehr Ziel der Kriminellen wird. Das ist nicht mehr so: Die Trickdiebe sind findiger geworden", sagte Schneider.
Nordrhein-Westfalen am stärksten betroffen
An 405 manipulierten Geldautomaten in Deutschland spähten Kriminelle in diesem Jahr Kartendaten und Geheimnummer (PIN) von Bankkunden aus. Besonders betroffen: Nordrhein-Westfalen (185 manipulierte Geldautomaten), Baden-Württemberg (47) und Berlin (40). In Hessen wurden 23 Manipulationen festgestellt, nur je eine in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Die meisten der bundesweit mehr als 50.000 Geldautomaten blieben aber sicher.
An die Karten oder die Geheimdaten von Bankkunden gelangten Diebe in jedem zehnten Fall in Kaufhäusern und Geschäften. In Singen (Baden-Württemberg) waren Täter beispielsweise Anfang 2007 mit folgender Masche erfolgreich: Sie schleusten ein umgebautes Kartenlesegerät in ein Fachgeschäft, stahlen damit Daten, erstellten dann Dubletten der Karten und hoben im Ausland Geld ab.
manager-magazin.de mit Material von dpa-afx
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