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30.12.2007
 

Netscape Navigator

Endgültig am Ende

Der Netscape Navigator prägte die Anfänge der Internetrevolution. Doch nach jahrelangem Niedergang steht der Webbrowser nun endgültig vor dem Aus. Der Internetkonzern AOL wird von Februar 2008 an keine Sicherheitsupdates mehr veröffentlichen.

New York - Der neue AOL-Fokus auf Internet-Werbung lasse wenig Spielraum für nötige Investitionen, hieß es in einem offiziellen Blogeintrag am Freitag. Aus Netscape war auch die offene Browsersoftware Firefox hervorgegangen, die heute der stärkste Konkurrent von Microsofts Internet Explorer ist.

Alter Klassiker: Der Netscape Navigator steht vor dem endgültigen Aus

Alter Klassiker: Der Netscape Navigator steht vor dem endgültigen Aus

Die erste Version des Netscape Navigator kam 1994 auf den Markt. Dahinter stand ein Team um den Programmierer Marc Andreessen, der kurz davor das erste populäre Programm zur Anzeige von Internetseiten, Mosaic, mitentwickelt hatte. Mitte der 90er Jahre hatte Netscape einen Marktanteil von bis zu 85 Prozent. Der Netscape-Börsengang im Jahr 1995 gilt als der Startpunkt der New-Economy-Euphorie, die zum Beginn dieses Jahrzehnts im Platzen der Internetblase mündete. Der Kurs der Netscape-Aktie schoss am ersten Tag vom Ausgabepreis von 28 Dollar auf 75 Dollar hoch.

Allerdings wurde Netscape in den folgenden Jahren im sogenannten "ersten Browser-Krieg" vernichtend von Microsoft Chart zeigen geschlagen: Der weltgrößte Softwarekonzern veröffentlichte 1995 seinen auf einer Mosaic-Version aufgebauten Internet Explorer als Beigabe zum dominierenden Computerbetriebssystem Windows. 1999 übernahm Microsoft die Führung im Browser-Markt, einige Jahre später erreichte der Marktanteil mit mehr als 95 Prozent einen Höhepunkt. Netscape wurde 1998 von AOL gekauft, der Marktanteil schrumpfte auf 1 Prozent.

Das Netscape-Team setzte in der Zwischenzeit allerdings das Mozilla-Projekt in Gang, aus dem der Internet-Browser Firefox hervorging, dem heute in verschiedenen Schätzungen ein Marktanteil zwischen 15 und 35 Prozent zugesprochen wird. Sein Quellcode ist offen. Auch die letzten Versionen des Netscape Navigator setzten schon auf der Mozilla-Software auf.

Die Verknüpfung von Windows und Internet Explorer war einer der Gründe für ein jahrelanges Kartellverfahren gegen Microsoft, bei dem eine Zeit lang auch die Forderung nach einer Zerschlagung des Softwarekonzerns im Raum stand. Eine zusätzliche Wettbewerbsklage von AOL Time Warner legte Microsoft 2003 bei. Die Einigung umfasste eine Zahlung von 750 Millionen Dollar, außerdem bekam AOL - damals noch ein großer Anbieter von Internetzugängen - eine Siebenjahreslizenz für die Nutzung des Internet Explorer.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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