Donnerstag, 9. Februar 2012, 14:30 Uhr

manager magazin



10.12.2007
 

Neue Suchmaschine

Angriff des Google-Killers

Von Mirjam Hecking

In wenigen Wochen, vielleicht auch nur noch ein paar Tagen, ist es so weit: Die als potenzieller Google-Killer gefeierte Mitmach-Suchmaschine Wikia Search geht an den Start. manager-magazin.de sprach mit Wikipedia-Gründer Jimmy Wales über sein neues Projekt.

Hamburg – Etwa ein Jahr ist es jetzt her, dass Wikipedia-Gründer Jimmy Wales mit einer kleinen Bemerkung in der Internetgemeinde für einen Riesenwirbel sorgte. Er dachte laut über eine wikibasierte Suchmaschine nach. Fast zwölf Monate später ist es nun so weit: Noch im Dezember soll eine englische Betaversion der Suchmaschine ins Netz gehen.

Der Clou: Anders als bei konventionellen Suchmaschinen, sollen bei Wikia Search die Nutzer eine entscheidende Rolle spielen. Ein System, das auch bei Wikipedia funktioniert. Kürzlich schnitt das Onlinelexikon sogar besser als das Urgestein Brockhaus ab.

Bei Wikia Search sollen die Ergebnisse nicht mehr nur von einem Algorithmus generiert werden, sondern auch von den Nutzern. Kurz gefasst dürfte das in etwa so aussehen: Ein Algorithmus berechnet die Suchergebnisse, die Benutzer bewerten sie, sortieren den Netzmüll aus und steigern so die Qualität der Suchergebnisse.

Außerdem werden wohl auch die Suchalgorithmen - bei Google Chart zeigen das wohl am besten gehütete Geheimnis - der freien Softwaregemeinde zugänglich gemacht werden, die diese dann nach und nach perfektionieren kann.

Dabei soll nachvollziehbar werden, wie die aktuelle Trefferliste zustande kommt. "Die Leute sollen verstehen können, wieso die Dinge auftauchen, wo sie auftauchen", erklärt Wales gegenüber manager-magazin.de die Grundidee.

"Das größte Problem konventioneller Suchmaschinen liegt darin, dass sie undurchsichtig und in sich geschlossen sind", so Wales. Google sei eine Black Box. "Keiner weiß, und es gibt auch keinen Weg herauszufinden, warum ein Treffer vor dem anderen auftaucht. Das wollen wir ändern", erläutert der Wikipedia-Gründer.

Eine perfekte Suchmaschine ohne Macken und Kanten könnten die Nutzer beim anstehenden Start aber nicht erwarten, betont Wales. "Zwar wird die Suche funktionieren", sagt der Internetpionier. "Aber wir können nicht versprechen, dass die Qualität sehr gut sein wird." Aber das, so Wales, sei bei Wikipedia nicht anders gewesen. "Auch hier haben wir mit drei Artikeln begonnen."

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