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manager magazin



05.12.2007
 

Vergleichstest

Wikipedia schlägt Brockhaus

Früher wurde im Lexikon geblättert, heute geht es zu Wikipedia. Aber wie gut ist das Onlinelexikon wirklich? Experten eines Recherche-Instituts verglichen Wikipedia mit dem Brockhaus. Das überraschende Ergebnis: Das kostenlose Web-2.0-Lexikon schlägt die professionelle Konkurrenz.

Hamburg - Wie intelligent kann ein Schwarm sein? Viele haben da ihre Zweifel, die zahlreichen ehrenamtlichen Autoren der Wikipedia hingegen nicht: Sie glauben fest daran, dass ihr System der gegenseitigen Kontrolle und Korrektur zu einem Produkt führt, das auch von Profis geschriebene Lexika nicht mehr schlagen können.

Sieht so aus, als lägen sie damit gar nicht falsch. Für seine aktuelle, morgen erscheinende Ausgabe gab der "Stern" beim Recherche-Institut Wissenschaftlicher Informationsdienst Köln WIND eine Studie in Auftrag, die nicht nur den Wikipedianern auf den Zahn fühlen sollte, sondern auch die häufigste Kritik am Communitylexikon überprüfen: Weil Wikipedia von ganz normalen Nutzern geschrieben wird, müssten sich, so Kritiker und Skeptiker, in dem kostenlosen Onlinelexikon viele Fehler finden.

Sind klassische Lexika noch zukunftsfähig?

Der Test ist nicht der erste seiner Art, wohl aber der erste umfängliche in Deutschland. Im englischsprachigen Raum musste sich die Wikipedia im Dezember 2005 an der Encyclopedia Britannica messen lassen: Die wissenschaftliche Zeitschrift "Nature" hatte den vermeintlich unfairen Vergleich in Auftrag gegeben. Das Resultat: Die Britannica lag in Punkto Korrektheit und Editionsqualität zwar vorn, aber nicht weit - die englische Wikipedia, hieß es danach, könne sich mit Profi-Produkten messen.

Kritiker bemängelten im Nachhinein, dass die Wikipedia ihre Stärken tatsächlich im von "Nature" vornehmlich untersuchten naturwissenschaftlichen Bereich habe. Bei sozial- und geisteswissenschaftlichen Themen sei sie schwächer, bei politischen und historischen Themen mitunter indiskutabel.

Der "Stern" wählte für seinen Test deshalb ein weit breiter gefächertes Sample. Als Vergleichsprodukt wählten die Tester das deutsche Äquivalent zur Britannica - den Brockhaus.

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