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manager magazin



03.12.2007
 

Springer

Pin Group vor dem Scherbenhaufen

Der Axel-Springer-Verlag fühlt sich vom neuen Post-Mindestlohn erheblich beeinträchtigt. Der eigene Dienstleister Pin Group sei gegen den Staatsmonopolisten Deutsche Post künftig kaum noch wettbewerbsfähig. Man prüfe jetzt alle Optionen, sagte Vorstandschef Mathias Döpfner. Auch eine Schließung der Pin Group komme infrage.

Frankfurt am Main - Nach der Einigung der Bundesregierung auf einen Mindestlohn für Briefzusteller prüft die Berliner Axel Springer AG Chart zeigen für ihren Postdienstleister Pin Group jetzt "alle Optionen". Das kann nach den Worten des Springer-Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner bis hin zu einer Schließung des Unternehmens führen.

Vor dem Aus? Der Postdienstleister Pin Group könnte wegen des Mindestlohns in Schwierigkeiten geraten
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AP

Vor dem Aus? Der Postdienstleister Pin Group könnte wegen des Mindestlohns in Schwierigkeiten geraten

"Wir prüfen derzeit alle Optionen: Weiterführung, Kooperationen, Veränderung des Geschäftsmodells, Teilverkauf, Verkauf, Beendigung der Geschäftstätigkeit", sagte Döpfner der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montagausgabe). Eine Fusion mit der niederländischen TNT würde das Problem nicht lösen. "Unwirtschaftliche Kostenstrukturen werden durch eine Bündelung der Kräfte nicht wirtschaftlicher", stellte Döpfner fest.

In der vergangenen Woche hatte sich die Bundesregierung darauf geeinigt, einen Post-Mindestlohn in Höhe von 8 bis 9,80 Euro einzuführen. Damit steht der "gesamte private Postwettbewerb" nach den Worten Döpfners vor einem "Scherbenhaufen". Wettbewerb gegen den Staatsmonopolisten sei unter diesen Umständen praktisch unmöglich. Döpfner wirft den Beteiligten an der Einigung auf einen Post-Mindestlohn "massive Verstöße gegen die Grundsätze der Koalitionsfreiheit sowie der Tarifautonomie, die Wettbewerbsfreiheit und das grundgesetzlich geschützte Demokratieprinzip" vor. "Klagen - auch Schadensersatzklagen - schließe ich nicht aus", sagte Döpfner.

Tausende Jobs würden vernichtet, sagte Döpfner. "Denn die privaten Dienstleister können sich die Lohnsteigerungen von meist mehr als 30 Prozent nicht leisten." Die Pin Group zahle einen Basislohn, der in etwa auf dem Niveau liegt, das Ex-Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) als Maximalforderung für einen Mindestlohn formuliert habe: 7,50 Euro. "Jetzt dieses Niveau als Sozialdumping zu bezeichnen, ist einfach unredlich. Wir dürfen es nicht riskieren, die mehr als 10.000 Arbeitsplätze eines gesunden Unternehmens zu gefährden, weil wir ein politisch verordnetes Verlustgeschäft weiter betreiben. Das wäre verantwortungslos. Wir werden alle Optionen prüfen und schnell Konsequenzen ziehen müssen", sagte Döpfner.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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