Sinnzusammenhänge im Mittelpunkt
Vielmehr geht es um die Semantik, also den Sinn und die Bedeutung von Inhalten, die über das World Wide Web transportiert werden. "Das Web 2.0 ist ein primär syntaktisches Web mit Layout-, aber ohne Bedeutungsannotationen", sagt Wahlster. Das führe zu einer Informations- beziehungsweise Linküberflutung, da beispielsweise Textdokumente letztlich auf eine sinnfreie Kombination aus Buchstaben reduziert werden, Fotos und Videos sind nur Ansammlungen von verschiedenfarbigen Pixeln. Die semantische Wende aber führe zu einem hochpräzisen Antwortverhalten in einem Web, das Sinnzusammenhänge in den Mittelpunkt stellt.
Das Web 2.0 hingegen würde auch weiterhin einen Nutzen haben, da es inzwischen eine enorme soziale Dynamik entfaltet habe und eine beeindruckende Wissensinfrastruktur biete, sagt Wahlster. "In der nächsten Dekade kann ein Web 3.0 entstehen, das die Vorteile des semantischen Webs und des Web 2.0 verknüpft und deren Nachteile überwindet."
Die Vision geht dann allerdings weit über die Entwicklung einer Antwortmaschine hinaus. "Gegenstände des alltäglichen Lebens werden online vernetzt zu einem 'Internet der Dinge' - vom Mobiltelefon zum Fotoapparat, vom Auto bis zum Einkaufswagen. Maschinen werden maschinelle Intelligenz haben, werden so in die Lage versetzt, den Menschen optimal zu unterstützen, wenn der Mensch das will." Also Handy, ich will jetzt einen Kaffee! Hmm, nichts passiert. Schade.
René Baron, ddp
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