14.01.2008
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Web 3.0

Wenn Google überflüssig wird

2. Teil: Sinnzusammenhänge im Mittelpunkt

Sinnzusammenhänge im Mittelpunkt

Vielmehr geht es um die Semantik, also den Sinn und die Bedeutung von Inhalten, die über das World Wide Web transportiert werden. "Das Web 2.0 ist ein primär syntaktisches Web mit Layout-, aber ohne Bedeutungsannotationen", sagt Wahlster. Das führe zu einer Informations- beziehungsweise Linküberflutung, da beispielsweise Textdokumente letztlich auf eine sinnfreie Kombination aus Buchstaben reduziert werden, Fotos und Videos sind nur Ansammlungen von verschiedenfarbigen Pixeln. Die semantische Wende aber führe zu einem hochpräzisen Antwortverhalten in einem Web, das Sinnzusammenhänge in den Mittelpunkt stellt.

Die Entwicklung des Internets

Als Web 1.0 können klassische Internetseiten bezeichnet werden, die lediglich Inhalte zum Betrachten enthalten. Der auf den Verleger Tim O'Reilly zurückgehende Begriff Web 2.0 meint interaktive Inhalte des Internets. Der Begriff zielt auf die veränderte Nutzung des Webs ab: Jeder Internetnutzer kann eigene Inhalte generieren. Beispiele sind Weblogs sowie Bild- und Videoportale wie Flickr und YouTube.
Wenn es also gelingt, die Semantik von Texten, Bildern, Gesten und künstlerischen Darbietungen durch standardisierte Begriffe so zu formalisieren, dass die so gewonnenen Daten maschinenlesbar sind, dann könnte die Vision der Antwortmaschine Realität werden. Eine Suchmaschine wie Google wäre dann überflüssig. Der Nutzer stellt stattdessen einfach seinem Handy eine Frage und es antwortet, anstatt eine Liste von unzähligen Suchergebnissen anzubieten.

Das Web 2.0 hingegen würde auch weiterhin einen Nutzen haben, da es inzwischen eine enorme soziale Dynamik entfaltet habe und eine beeindruckende Wissensinfrastruktur biete, sagt Wahlster. "In der nächsten Dekade kann ein Web 3.0 entstehen, das die Vorteile des semantischen Webs und des Web 2.0 verknüpft und deren Nachteile überwindet."

Die Vision geht dann allerdings weit über die Entwicklung einer Antwortmaschine hinaus. "Gegenstände des alltäglichen Lebens werden online vernetzt zu einem 'Internet der Dinge' - vom Mobiltelefon zum Fotoapparat, vom Auto bis zum Einkaufswagen. Maschinen werden maschinelle Intelligenz haben, werden so in die Lage versetzt, den Menschen optimal zu unterstützen, wenn der Mensch das will." Also Handy, ich will jetzt einen Kaffee! Hmm, nichts passiert. Schade.

René Baron, ddp

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