23.11.2007
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Mitarbeiterführung

Schnittstelle Mensch

Von Hadi Stiel

2. Teil: Durchsetzbarkeit prüfen

Durchsetzbarkeit prüfen

Diesen Ratschlag zu beherzigen, war für Unternehmen aller Branchen nie wichtiger als heute. Denn viele von ihnen versuchen derzeit, über eine Folge von IT-Projekten eine serviceorientierte Architektur (SOA) auf die Beine zu stellen. Ein gewaltiges Vorhaben. Es besteht darin, die IT-Architektur am Soll der Geschäftsprozesse auszurichten. Damit versprechen sich die Unternehmensführer nicht nur ein schlankeres, schlagkräftigeres Geschäftssystem. Sie erhoffen sich auch, künftig flexibler auf den Markt und interne Veränderungen reagieren zu können.

Berater Heinrich: "Viele Vorhaben werden fortgeführt, obwohl sie längst die Rentabilitätsschiene verlassen haben"
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Berater Heinrich: "Viele Vorhaben werden fortgeführt, obwohl sie längst die Rentabilitätsschiene verlassen haben"

"Nur wer sowohl die Organisation mit ihren Arbeitsabläufen als auch das Arbeitsprofil der Mitarbeiter vorausschauend bedenkt, erreicht als Unternehmen über SOA die erwarteten Vorteile. Fehleinstellungen oberhalb der IT können sogar das gesamte Vorhaben zum Scheitern bringen", erklärt Andreas Ziegenhain, Deutschland-Chef von Siemens IT Solutions and Services. Für ihn steht außer Frage: "Je mehr die IT die Geschäftsabläufe steuert, also automatisiert, um so mehr muss sich das Unternehmen über die Machbarkeit, Durchsetzbarkeit und die Risiken auf geschäftlicher Ebene im Klaren sein."

Wie wenig solche Ratschläge bisher in den Unternehmen ankommen, wird an den IT-Projekten und ihren Ergebnissen deutlich. Nach einer Untersuchung der Standish Group International bleibt lediglich ein Drittel der Projekte im Plan. 52 Prozent bewegen sich, teils extrem, außerhalb der Vorgaben. Und 15 Prozent der IT-Projekte werden vorzeitig wegen Erfolglosigkeit abgebrochen.

Fraglicher Projekterfolg

Eine Erhebung der Economist Intelligence Unit (EIU) kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Danach berichteten 57 Prozent der insgesamt 1125 weltweit befragten IT-Manager, dass lediglich mit 50 Prozent ihrer IT-Projekte die geschäftlichen Ziele erreicht wurden. Nur ein Fünftel der Manager blieb mit all ihren IT-Projekten im Zeitplan.

Chefberater Heinrich von Ernst & Young zufolge sehen die Projektergebnisse in der Praxis noch ernüchternder aus. "Viele Vorhaben werden fortgeführt, obwohl sie längst die Rentabilitätsschiene verlassen haben und die Umsetzungsrisiken und -kosten kaum mehr kalkulierbar sind", registriert er. Auf diese Weise versuchten die Projektverantwortlichen ihr Gesicht zu wahren. Hein führt diesen Missstand vor allem auf ein meist fehlendes professionelles Projektmanagement sowie den Verzicht professioneller Projektmanagementmethoden und -werkzeuge zurück.

Per Kall vom IT-Dienstleister Materna hat für den oft mangelnden Projekterfolg eine weitere Erklärung: "Eine strukturierte und ganzheitliche Vorgehensweise gemäß ISO 20000/IT Infrastructure Library (ITIL) könnte deutlich mehr Ordnung ins Mitarbeiter – Prozesse – IT -Gefüge bringen. Aber das Gros der Unternehmen pickt sich für die Optimierung nur wenige, ausgewählte Prozesse heraus." Dadurch gehe der Blick fürs Ganze verloren, mit einer Kette an Negativfolgen. "Der Projekterfolg leidet, später im IT-Betrieb die Servicequalität", so Kall. Die mangelnde Servicequalität, wiederum, schlage sich in weniger effizienten Geschäftsprozessen, einer geringeren Produktivität der Mitarbeiter und damit negativ auf den Geschäftserfolg nieder.

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