Kunden entwickeln Produkte mit
Traditionelle Unternehmen haben für ihre Geschäftskonzepte ebenfalls schon dazugelernt: Man entwickelt ein Produkt nicht mehr selbst (weiter), sondern lässt dies in Zeiten von Web 2.0 die Kunden machen. Der lange von Krisen geschüttelte Autobauer Fiat hörte bei seinem neuen Modell Fiat 500 nicht nur auf die Kunden, die sich schon lange eine Neuauflage des Kultkleinwagens gewünscht haben. Der italienische Konzern ließen auch monatelang auf der eigenen Website die potenziellen Käufer über Design und Sonderwünsche des neuen Autos abstimmen. Gute Ideen inklusive. Denn wer sollte besser wissen, was sie wollen, als die Kunden selbst?
Erfolgsfaktoren: So profitieren Sie vom Web 2.0
Das funktioniert auch im Mediengeschäft: So gründete die "Bild"-Zeitung des Axel-Springer-Verlags kürzlich einen Leserbeirat - wie die "Leserreporter" liefern auch Sie ihren Beitrag. Die zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gehörende Zeitung "Südkurier" sucht Menschen, die für sie kostenlos als Anzeigentester/in arbeiten wollen. "Ihre Aufgabe: Sie bewerten ausgewählte Anzeigenmotive Ihrer gedruckten Südkurier-Ausgabe. Bei jeder Teilnahme sammeln Sie Bonuspunkte."
Konkurrenz aus völlig neuen Richtungen
Die Möglichkeiten des Web 2.0 bedeuten, dass Unternehmen möglichst schnell umlernen müssen, um sich auf den neuen Umgang mit Kunden und Informationen einzustellen. Denn selbst alteingesessene Unternehmen können ansonsten von der Bildfläche verschwinden. Zum Beispiel, wenn der Internetkonzern Google auch diesen Geschäftszweig bedient und besser und schneller als das bisher in diesem Gebiet führende traditionelle Unternehmen.
Dazu passt, was der Deutschland-Geschäftsführer von Hewlett-Packard, Uli Holdenried, dem Fachmagazin "CIO" sagte: "Ich bin seit 31 Jahren bei HP, und wir haben früher schon international gearbeitet. Heute aber schlägt die internationale Konkurrenz, von Technologie unterstützt, völlig anders durch. Die Konkurrenten kommen plötzlich aus ganz anderen Richtungen, als man gedacht hat. Wie etwa von Google oder Ebay."
Unternehmen müssen neben einer veränderten Firmenkultur auch die passenden technischen Rahmenbedingungen schaffen, damit die geforderte Zusammenarbeit über alle Unternehmensgrenzen hinweg fruchtbar wird. "Wenn man Collaboration- und Posting-Möglichkeiten anbietet, können Sie das nicht von einem festen Arbeitsplatz abhängig machen", sagt IDC-Berater Rüdiger Spies. "Denn die Zeit, die an einem festen Arbeitsplatz verbracht wird, wird tendenziell immer geringer. Wenn man die Informationen für das Unternehmen nutzbar machen will, muss man die Eingabemöglichkeit einfach, flexibel und quasi permanent verfügbar gestalten. Die Möglichkeit, darauf auch mobil zuzugreifen, ist elementar." Das Web 2.0 wird so zum Enterprise 2.0.
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