Von Peter Kreutter und Andreas Stiehler
Berlin/Vallendar - Die Stimmung unter den deutschen IT-Dienstleistern könnte derzeit kaum besser sein. Dies zeigen die Ergebnisse der aktuellen "Marktanalyse IT Services 2007/2008" von Berlecon Research.
Im Gegensatz zum Vorjahr äußert sich das anhaltend gute Geschäftsklima nicht nur in optimistischen Umsatz- und Ertragserwartungen, sondern schlägt sich auch erstmals bei der von den Anbietern erwarteten Preisentwicklung im IT-Dienstleistungsmarkt nieder. So rechnen im laufenden Geschäftsjahr mehr als 20 Prozent der IT-Dienstleister mit einem Anstieg der Preise – in 2006 waren es gerade einmal 4 Prozent. Erstmals seit der Veröffentlichung der ersten Berlecon-Marktanalyse im Jahr 2003 fallen damit die Salden bei der erwarteten Preisentwicklung positiv aus.
Kritisch betrachtet stellt sich jedoch die Frage, inwieweit diese Champagnerlaune bei den IT-Dienstleistern wirklich gerechtfertigt ist. Denn hinter dem derzeitigen konjunkturellen Hoch mehren sich die Anzeichen für weitreichende strukturelle Veränderungen im IT-Serviceumfeld.
So ist auch die Herausforderung, vor der zum Beispiel die Deutsche Telekom
bei der Repositionierung ihrer Tochter T-Systems steht, bei genauerer Analyse kein Einzelfall. Dieser Fall ist vielmehr das Spiegelbild einer Branche, die in die Reifephase eingetreten ist.
Ähnlich wie bereits 1988 der Deutsche-Bank-Vorstand Cartellieri die Banken als "die Stahlbranche der 90er Jahre" bezeichnete, könnte man in Anlehnung an dieses Zitat hier und heute von der IT-Dienstleistungsindustrie als "der Stahlbranche des 21. Jahrhunderts" sprechen. Denn Überkapazitäten, Preisverfall und Strukturprobleme zeichnen sich derzeit auch im IT-Dienstleistungsumfeld ab – wie einst in der Stahlindustrie und später im Bankenbereich.
In einem gemeinsamen Workshop "Zukunftsszenarien IT-Services" diskutierten das Strategy Research Network (SRN) der WHU Vallendar (Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung) und das IT-Analystenhaus Berlecon Research strategische Herausforderungen für die IT-Dienstleistungsindustrie, die für Anbieter wie auch für die Kunden relevant sind. Als Ergebnis wurden fünf Kerntrends mit großer Relevanz für die weitere Entwicklung der IT-Dienstleistungsindustrie identifiziert:
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