07.11.2007
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Trends

Die Zukunft der IT-Dienstleister

Von Peter Kreutter und Andreas Stiehler

Der IT-Dienstleistungsmarkt befindet sich im Umbruch: Überkapazitäten, Preisverfall und Strukturprobleme zwingen die Unternehmen zu Anpassungen. manager-magazin.de skizziert die Entwicklung der Branche und beschreibt die Herausforderungen für die Anbieter und deren Kunden.

Berlin/Vallendar - Die Stimmung unter den deutschen IT-Dienstleistern könnte derzeit kaum besser sein. Dies zeigen die Ergebnisse der aktuellen "Marktanalyse IT Services 2007/2008" von Berlecon Research.

Im Gegensatz zum Vorjahr äußert sich das anhaltend gute Geschäftsklima nicht nur in optimistischen Umsatz- und Ertragserwartungen, sondern schlägt sich auch erstmals bei der von den Anbietern erwarteten Preisentwicklung im IT-Dienstleistungsmarkt nieder. So rechnen im laufenden Geschäftsjahr mehr als 20 Prozent der IT-Dienstleister mit einem Anstieg der Preise – in 2006 waren es gerade einmal 4 Prozent. Erstmals seit der Veröffentlichung der ersten Berlecon-Marktanalyse im Jahr 2003 fallen damit die Salden bei der erwarteten Preisentwicklung positiv aus.

Kritisch betrachtet stellt sich jedoch die Frage, inwieweit diese Champagnerlaune bei den IT-Dienstleistern wirklich gerechtfertigt ist. Denn hinter dem derzeitigen konjunkturellen Hoch mehren sich die Anzeichen für weitreichende strukturelle Veränderungen im IT-Serviceumfeld.

So ist auch die Herausforderung, vor der zum Beispiel die Deutsche Telekom Chart zeigen bei der Repositionierung ihrer Tochter T-Systems steht, bei genauerer Analyse kein Einzelfall. Dieser Fall ist vielmehr das Spiegelbild einer Branche, die in die Reifephase eingetreten ist.

Ähnlich wie bereits 1988 der Deutsche-Bank-Vorstand Cartellieri die Banken als "die Stahlbranche der 90er Jahre" bezeichnete, könnte man in Anlehnung an dieses Zitat hier und heute von der IT-Dienstleistungsindustrie als "der Stahlbranche des 21. Jahrhunderts" sprechen. Denn Überkapazitäten, Preisverfall und Strukturprobleme zeichnen sich derzeit auch im IT-Dienstleistungsumfeld ab – wie einst in der Stahlindustrie und später im Bankenbereich.

In einem gemeinsamen Workshop "Zukunftsszenarien IT-Services" diskutierten das Strategy Research Network (SRN) der WHU Vallendar (Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung) und das IT-Analystenhaus Berlecon Research strategische Herausforderungen für die IT-Dienstleistungsindustrie, die für Anbieter wie auch für die Kunden relevant sind. Als Ergebnis wurden fünf Kerntrends mit großer Relevanz für die weitere Entwicklung der IT-Dienstleistungsindustrie identifiziert:

  1. Der Konsolidierungs- und Wettbewerbsdruck wird sich weiter verstärken
  2. Die Industrialisierung ist der nächste große Schritt im Reifeprozess
  3. Der IT-Dienstleistungsmarkt denkt global
  4. In die Wertschöpfung kehrt Hierarchie ein – Subindustrien entstehen
  5. Die strategischen Kunden- und Lieferantenbeziehungen werden neu justiert

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