23.11.2007
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Internet

Schnell auch ohne DSL

2. Teil: Breitband via Strom

Breitband via Strom

Sogar die Stromleitung kann in bestimmten Fällen eine Breitbandanbindung ermöglichen. Das liegt auch nahe, denn in nahezu jedem Gebäude und Wohnraum gibt es Stromanschlüsse und Steckdosen. Diese Technologie gibt es bereits unter dem Namen PLC (Powerline Communication). Der Downstream kann eine Geschwindigkeit von 180 bis 480 KBit/s erreichen. Als Hardware sind ein Powerline-Modem, das den PC mit der Steckdose verbindet, und eine Netzwerkkarte erforderlich.

Das klingt einfach und könnte es auch sein - "wenn Powerline nicht einfach in Vergessenheit geraten wäre", erklärt Goretzki. Die Technologie hat sich bislang kaum durchgesetzt. Nur wenige Städte und Kommunen haben diese Alternative ausprobiert: In Dresden, Ellwangen, Hameln, Haßfurt und Mannheim kann man bereits über die Stromleitung im Internet surfen. "Das Signal ins Haus zu bringen ist kompliziert, und zudem gibt es immer wieder technische Probleme mit den Stromkreisen", sagt Ralf Sauerzapf von der Deutschen Telekom.

Eine weitere Alternative zum DSL-Anschluss ist der Breitbandzugang über Satellit. "Diese Möglichkeit ist ein Krückstock", sagt Goretzki. Bei den meisten handele es sich um "Einwegsysteme", wo nur der Rückkanal über Satellit funktioniert. Daten wie Mails und Uploads, die vom Nutzer ins Internet geschickt werden, gehen hingegen über eine normale Schmalbandverbindung. Daher ist auch die Telefonleitung während des Surfens belegt. Das Hochladen kann laut Scheffold die Kosten in die Höhe treiben.

Schneller über die Schüssel

Ein Vorteil ist aber: Internet via Satellit ist bundesweit verfügbar. Erforderlich ist lediglich eine Schüssel auf dem Dach. "Bei Mietwohnungen ist vorab die Genehmigung des Vermieters für die Installation der Antenne einzuholen", rät Geburtig.

Bei wem das alles nicht hilft, der muss die Sache selbst in die Hand zu nehmen. "Man kann sich mit den Nachbarn zusammentun, Unterschriften sammeln und sich selbst einen Funkanbieter suchen", empfiehlt Goretzki. Weil er einst selbst Betroffener war und lange Zeit um einen DSL-Anschluss kämpfte, hat er seine Erfahrungen im Internet unter www.kein-dsl.de veröffentlicht. Hier sind Informationen und Alternativen rund um das Thema fehlender DSL-Anschluss zu finden.

Ein Hoffnungsschimmer für DSL-Fans: Laut einer Studie des Berliner Forschungsinstituts DIW sollen sich im kommenden Jahr 98 Prozent der Bürger nach dem Willen der Bundesregierung an Breitbandnetze anschließen lassen können.

Stefanie Zenke, dpa

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