Von Lars von Thienen
Hamburg - IT-Manager stehen vor wachsenden Herausforderungen: rasante Leistungssteigerungen der Technologien in kürzeren Zyklen, Vernetzung von Unternehmen, Notwendigkeit hoher Flexibilität der Anwendungssysteme – daneben aber hoher Kostendruck und der Zwang, den Erfolgsbeitrag der IT zu rechtfertigen.
Seit einigen Jahren wandeln sich die Aufgaben der IT-Verantwortlichen. Der Betrieb von IT?Systemen wird mehr und mehr zur austauschbaren Leistung. Externe Dienstleister können die Skalen- und Spezialisierungseffekte wesentlich besser steuern. Der effiziente und sicherheitsorientierte Betrieb wird daher meist spezialisierten IT-Unternehmen unter Einsatz von standardisierten Prozessen in Anlehnung an ITIL überlassen. Der Mehrwert der IT resultiert heute auch nicht mehr aus einem effizienten Betrieb der Systeme und Anwendungen, sondern aus der effizienten Unterstützung der Prozesse im Unternehmen.
IT-Anwendungen sind zunehmend stärker mit den Prozessen vernetzt. Die Anforderungen der Fachbereiche zur Anpassung und Individualisierung nehmen zu. Vor diesem Hintergrund müssen IT-Verantwortliche sich daher vor allem auf die Steuerung der Projekte zur Prozessunterstützung fokussieren.
Feilschen um die knappen Ressourcen
Die Praxis zeigt heute aber auch, dass eine Projektanforderung aus dem Fachbereich nicht mehr isoliert betrachtet werden kann. Starke inhaltliche Wechselwirkungen durch den Zugriff auf spezialisierte Schlüsselressourcen, der funktionale Zusammenhang zwischen IT-Systemen und Prozessen sowie das Bestreben zur Standardisierung erfordern eine projektübergreifende Steuerung durch die IT.
Da diese übergeordnete Steuerung der Projektlandschaft, bestehend aus allen laufenden und kurzfristig geplanten Projekten in der Praxis häufig nicht geklärt ist, muss der IT-Leiter Entscheidungen zur Projekt- und Ressourcenauswahl treffen, ohne methodisch und organisatorisch dafür ausgestattet zu sein. IT-Verantwortliche stehen heute mehr und mehr im Spannungsfeld zwischen der Projekt- und Linieorganisation aus den Fachbereichen.
Spätestens im Zuge der jährlichen Budgetplanung stehen IT-Verantwortliche jedes Jahr wieder vor der Diskussion mit Fachbereichen und der Geschäftsführung und feilschen gemeinsam um knappe Ressourcen. Häufig lassen sich objektive Bewertungsansätze und geschäftsgetriebene Priorisierungsmethoden vermissen. Zu sehr sind die Ergebnisse von individuellen Meinungen, der Schattenorganisation sowie der Rethorik und Durchsetzungskraft Einzelner abhängig.
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