Von Lothar Lochmaier
Hamburg - Mit der zunehmenden Verbreitung von Internetanwendungen stehen auch der Ruf und das Image von Unternehmen auf dem Spiel. Im kommenden Jahr werden diese Anwendungen laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens Gartner zur Nummer eins für die Verbreitung von schädlicher Software (Malware) in Betrieben aufsteigen. Die Sicherheit des Unternehmens im World Wide Web sei zum entscheidenden Faktor geworden, so die Auguren.
Erheblicher Imageschaden: Wenn in einem Unternehmen Kundendaten gestohlen werden, ist der gute Ruf stark beschädigt
Denn die Gefahren über Zero-Day-Attacken via Internet, die den reibungslosen Geschäftsablauf von Unternehmen auf einen Schlag tangieren, nehmen weiter zu. Eine Studie des amerikanischen Ponemon Institutes im Auftrag von Microsoft
verdeutlicht jedoch, dass Unternehmen nur schwerlich eine wirksame Abwehrphalanx aufbauen können.
Dies vor allem deshalb, weil sie intern die Verantwortlichkeiten rund um Sicherheit, Datenschutz und Marketing kaum unter einen Hut bringen. Demnach gehen 78 Prozent der Sicherheitsverantwortlichen davon aus, dass ihre Marketingkollegen sie aktiv ansprechen, bevor sie persönliche Informationen sammeln oder nutzen.
Mangelhafte Kommunikation
Aber nur ein knappes Drittel der Marketingmanager informiert die anderen Bereiche. Intransparente Abläufe und fehlende Informationen fordern deshalb Sicherheitslücken geradezu heraus. Gleichzeitig bekräftigen mehr als 65 Prozent der Befragten, "der Erhalt und die Verbesserung des Rufs des Unternehmens“ sei einer der wichtigsten Businesstreiber für den Datenschutz.
Infolgedessen signalisieren zwar alle verantwortlichen Abteilungen unisono Zustimmung darüber, dass Diebstahl oder der Verlust von Kundendaten einen schädlichen Einfluss auf den Markenwert und den Ruf der Organisation haben. Die ausgebrochene Harmonie hält jedoch nicht lange vor.
Denn diese Erkenntnis bleibt meist folgenlos, weil sie nicht zu einer effizienteren Kommunikation zwischen den Sicherheits-, Datenschutz- und Marketingabteilungen führt, um konkrete Gefahren abzuwenden. Eine konsistente Strategie, um die vielfältigen Gefahren aus der Tiefe des World Wide Web abzuwehren, fehlt bei kleineren Unternehmen aufgrund mangelnder personeller Ressourcen und finanzieller Mittel ohnehin fast komplett.
Aber auch größere Unternehmen bieten unzählige Schlupflöcher. Nach Auffassung von Raimund Genes, CTO (Chief Technical Officer) Antimalware beim Sicherheitsspezialisten Trend Micro, bildet ein systematisches Reputationsmanagement deshalb eine der zentralen Koordinaten für den Geschäftserfolg von Unternehmen im 21. Jahrhundert. "Web Reputation ist aber nur ein Teilaspekt von dem, was tatsächlich getan werden muss", glaubt Genes.
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