Spieler oder Büroanwender?
"Mit großen Zahlen wird gern Werbung gemacht - sowohl beim Kontrastverhältnis als auch bei der Reaktionszeit", sagt Lorenz. Aber weder brauche ein Büroanwender maximale Helligkeit auf seinem Schirm noch benötige ein Heimanwender eine extrem kurze Reaktionszeit. "Bei weniger als zehn Millisekunden kann das Auge das ohnehin kaum noch wahrnehmen." Für Spieler hingegen sind schnelle Bildwechsel wichtig, sonst kann es bei der Darstellung sich schnell bewegender Objekte zu Schlieren kommen.
Die Reaktionszeit des Bildschirms wird jedoch unterschiedlich gemessen. So könne ein Wechsel in den Graustufen andere Werte ergeben als die Messung des Wechsels zwischen schwarz und weiß. Auch die Größe des Displays kann Einfluss auf die Schnelligkeit der Bildwechsel haben - große Anzeigen können langsamer sein als kleine.
In Sachen Kontrast hat sich ebenfalls einiges getan. "Moderne LCDs sind so kontraststark, dass man mit ihnen in hellen Räumen arbeiten kann", sagt Porteck. 500:1 ist hier der Richtwert - "das reicht vollkommen", sagt Lorenz. Gerade bei Kontrast und Farben sollte man schon im Geschäft gut hinschauen: Sind etwa in dunklen Filmszenen Graustufen zu erkennen oder wirkt alles schwarz? Erscheinen Hauttöne natürlich oder eher bonbonfarben?
Bildschirm als Spiegel
Wer einen neuen Bildschirm kauft, sollte sich zudem Gedanken über die Ergonomie machen. "Beim Arbeiten sollte man möglichst senkrecht auf die Bildschirmfläche schauen - als ob man das Gesicht in einem Spiegel betrachtet", sagt Wolfgang Jaschinski vom Institut für Arbeitsphysiologie an der Universität Dortmund. Zudem sollten Nutzer ausprobieren, den Bildschirm zu neigen. "Der Monitor sollte so aufgestellt sein, dass keine Reflexionen auf dem Monitor entstehen." Allerdings ist das bei vielen modernen Displays nicht so leicht zu bewerkstelligen. "Die Hersteller sind zu Glanzdisplays übergegangen", sagt Lorenz. Sie wirken heller und brillanter und sehen noch dazu schicker aus. "Aber sie reflektieren das Licht, und das kann sehr störend sein." Denn das Auge ist verwirrt, wenn es auf das Display und auf das eigene Spiegelbild fokussiert.
Nicht nur die Front sollten Käufer eines Monitors genau ansehen - auch die Seiten sind einen Blick wert. "Wer jetzt einen Bildschirm kauft, sollte auf den digitalen DVI-Anschluss achten", sagt Porteck. Nur der analoge VGA-Eingang sei nicht mehr zeitgemäß. Auch Details wie ein USB-Hub, integrierte Kartenleser oder Lautsprecher können Nutzern einen Mehrwert bieten, so Lorenz: "Jeder sollte sich vor dem Kauf genau überlegen, wozu er den Monitor braucht."
Verena Wolff, dpa
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