27.09.2007
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Burma

"Technik ist die wertvollste Waffe"

2. Teil: Junta kappt Internetverbindungen

Junta kappt Internetverbindungen

Naing von der "Demokratischen Stimme Burmas" betont, dass die neuen technischen Möglichkeiten äußerst wichtig seien. Wie seine 30 bis 40 "geheimen Reporter" arbeiten, will er aber nicht genau sagen: Denn wer in Burma offen als Journalist arbeitet, könnte festgenommen werden. "Mobiltelefone sind entscheidend. Mobiltelefone sind der Weg, über den sie (unsere Leute) von vor Ort berichten können", erklärt der frühere Student der Zahnmedizin.

Am Morgen hätten die Streitkräfte einige Mobiltelefone abschalten lassen, sagt Naing. Zuvor hatten Aktivisten von fünf Toten beim gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten am Mittwoch berichtet - die Regierung sprach von mindestens einem Toten und drei Verletzten.

Brossel sagt, die Militärjunta bemühe sich, den Informationsfluss zu stoppen, indem Internetverbindungen verlangsamt und Handyverbindungen gekappt würden. Schon am Mittwoch hätten lahme Verbindungen das Verschicken von Fotos und Videos erschwert. Viele Internetcafés - nur wenige Burmaner haben einen Onlineanschluss zu Hause - seien geschlossen worden, berichtet der Mitarbeiter von "Reporter ohne Grenzen". Die Opposition arbeite inzwischen aber mit Satellitentelefonen, mit denen Zensur, Firewalls und andere Restriktionen umgangen werden könnten.

Demo-Organisation via Handy

Aber nicht nur die Kommunikation ins Ausland, sondern auch die Informationsvermittlung innerhalb Burmas sei wichtig, sagt Aung Din von der Organisation "U.S. Campaign for Burma" in Washington. Studenten tauschten mit Hilfe von SMS Informationen aus, über Handy würden Demonstrationen organisiert und Mitstreiter über den Standort von Soldaten informiert. Die häufig beschlagnahmten Handys hätten sich als unschätzbarer Wert erwiesen, sagt auch Soe Aung vom "National Council of the Union of Burma", einer in Thailand ansässigen Vereinigung von Oppositionsgruppen.

Die Burma-Expertin Mary Callahan von der University of Washington erklärt, 1988 hätten die Streitkräfte einfach Bahnverbindungen stilllegen, Straßensperren errichten und Telefonverbindungen kappen und damit die Organisation der Proteste erheblich erschweren können. Heute könnten die Demonstranten mit Hilfe von Internet und Handys "intern und extern Unterstützung mobilisieren". Die Junta könne die technischen Möglichkeiten nicht völlig kontrollieren, ist auch Din überzeugt. "Und es macht einen großen Unterschied, wenn man Information schnell übermitteln kann."

Doug Mellgren, ap

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