Von Matthias Kremp
Hamburg - Am 7. September 1987 war es so weit: In Kopenhagen unterzeichneten Vertreter von Telekommunikationsfirmen aus 13 europäischen Ländern eine Vereinbarung, die den Aufbau eines volldigitalen länderübergreifenden Mobilfunknetzes vorsah. Es war die Geburtsstunde von GSM, dem Global System for Mobile Communications.
Heute, 20 Jahre später, sind in allen 220 Ländern der Welt Funknetze auf Basis des damals vorgeschlagenen Standards eingerichtet. Milliarden Menschen telefonieren darüber drahtlos. Eine riesige Industrie lebt nur davon, Handys zu verkaufen und Gespräche zu vermitteln. Nach Angaben der GSM-Association, dem Interessenverband der GSM-Anbieter, werden 1,6 Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts allein mit diesen Netzen verdient.
Kofferhandys und knappe Frequenzen
Dabei hatte es bereits vor GSM Mobiltelefone gegeben. Allerdings hatten die ersten mobilen Funktelefone mit etlichen Limitierungen zu kämpfen. Da sie analog arbeiteten, konnte damals zu jedem gegebenen Zeitpunkt pro Funkfrequenz nur ein Gespräch geführt werden. Waren alle Frequenzen belegt, musste man warten.
Ohnehin war Geduld eine Pflichttugend der ersten Mobiltelefonierer. Da die Netze noch schlecht ausgebaut waren, mussten potentielle Neukunden monatelang, manchmal bis zu einem Jahr auf die Zuweisung einer Telefonnummer warten.
Mit Einführung der analogen C-Netze wurden einige dieser Beschränkungen überwunden - allerdings nicht alle. Die Älteren werden sich erinnern: C-Netz-Telefone waren groß und schwer. Mitte der 80er Jahre schleppten Leute, die wichtig waren, sich dafür hielten oder es gern sein wollten, kleine Telefonköfferchen durch Deutschland - und riskierten damit einen ständig drohenden Bandscheibenvorfall.
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