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12.09.2007
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IT-Management

SOA bricht das Eis

Von Berthold Wesseler

4. Teil: Verbessertes IT-Image

Verbessertes IT-Image

Auslöser für das ITIL-Projekt war ein schlechtes Image der IT gewesen, mit deren Leistung die Fachbereiche unzufrieden waren. Damals erbrachte jeder Systembereich seinen eigenen Support; teilweise musste der Fachbereich aber auch zur Selbsthilfe greifen. "Es gab keine Vereinbarungen über Supportleistungen", machte Wachinger auf ein Grundübel aufmerksam. "Außerdem war der Aufwand für die Supportleistung nicht feststellbar."

Die CECMG

Die Central Europe Computer Measurement Group (CECMG) wurde 1988 gegründet. Sie ist das Expertenforum für Systemmanagement mit über 100 namhaften Firmen als aktiven Mitgliedern. Ihr Ziel ist es, den Verantwortlichen für Planung und wirtschaftlichen Einsatz von IT-Ressourcen in Unternehmen aktuelle und praxisbezogene Hilfestellungen bei ihrer Aufgabe zu geben. Neben den Jahrestagungen vermitteln vertiefende Seminare, Round Tables, Workshops und Arbeitsgruppen weitere Arbeitsgrundlagen.
All das hat sich mit dem neuen Benutzerservice geändert. "Es gibt einen Single Point of Contact", so der Weltbild-Manager. "Wir haben intern wie extern eine Transparenz der Abläufe und eine Personenunabhängigkeit der Bearbeitung erreicht. Wir können unseren Aufwand, aber auch unsere Leistung und die Zufriedenheit der Kunden damit messen." ITIL unterstütze das IT-Servicemanagement zwar optimal, bringe jedoch keinen Erfolg ohne Teamwork, weiß Wachinger heute. Denn: "Auch das beste Servicemanagement-Tool ersetzt nicht die Kommunikation."

Ein für die IT im Unternehmen gravierendes SOA-Manko zog sich aber wie ein roter Faden durch mehrere Vorträge auf der Tagung: Sichere Transaktionen in gekoppelten Systemen sind heute nicht durchführbar. Gravierend ist dieses Manko, weil das Transaktionskonzept heute aus betrieblichen Informationssystemen nicht mehr wegzudenken ist. Die Verteilung von Softwarekomponenten und -services im Netzwerk, wie sie für SOA-Umgebungen typisch ist, erfordert aber auch die Nutzung von Transaktionen in verteilter Umgebung.

Heutige Middleware-Technologien wie JEE/EJB aus der Java-Welt, Microsofts .Net oder Corba weisen laut Peter Mandl von der Fachhochschule München jedoch noch eklatante Schwächen auf. "Allgemein anerkannte Standards für die Nebenläufigkeitskontrolle, das Logging und das Recovery sind heute so gut wie nicht verfügbar", bemängelte Mandl.

Transaktionen lieber nicht verteilen

Außerdem gebe es große konzeptionelle Unterschiede zwischen dem Einsatz von Webservices in geschlossenen und durch ein Unternehmen kontrollierbaren Umgebungen sowie dem globalen, firmenübergreifenden Einsatz von SOA. "Es bleibt abzuwarten, ob sich ein Standardisierungsansatz durchsetzen wird und welche Bedeutung er für die praktische Anwendungsentwicklung erlangt", schlug der Münchener Professor einige pragmatische Ansätze zur Abwicklung verteilter Transaktionen im SOA-Umfeld vor, die es weiterzuentwickeln gelte.

Die Mühe des Nachdenkens lohnt sich, so Mandl. "Man stelle sich nur einmal folgendes Horrorszenario aus der SOA-Welt vor: Eine Anwendung ruft in einer Transaktion mehrere Webservices auf. Jeder Webservice-Provider nutzt ein eigenes Transaktions-Verwaltungssystem. Dann tritt ein Fehler auf." Allein schon, um Fehlersituationen beherrschen zu können, lohnen sich seiner Meinung nach die Standardisierungsbestrebungen, wie sie im Rahmen von OASIS WS-Coordination (WS-C), dem Web Services Composite Application Framework (WS-CAF) sowie unter dem Schlagwort Business Process Transaction (BPT) vorangetrieben werden.

Allerdings ist das eindeutig noch Zukunftsmusik, so Mandl, denn: "Verteilte Transaktionen im SOA-Umfeld müssen erst noch erprobt werden und es werden noch einfachere Ansätze gesucht."

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