Von Nina Gut
Zielgruppe IT-Professionals
Auch die zweite Zielgruppe, die gegenwärtigen IT-Professionals, muss gefördert werden. Um sie besser anwerben zu können, empfiehlt die Studie vier Schritte:
1. Recht zur Abwerbung
In Verträgen mit IT-Dienstleistern sollten die CIOs immer ein Recht zur Abwerbung von Mitarbeitern festschreiben. Auf der anderen Seite haben jedoch viele CIOs Angst davor, dass die Dienstleister auch in ihrer IT-Organisation wildern. Aber weder CIOs noch Drittparteien können ihre Talente einsperren, und Personalbewegungen können beiden Seiten zugute kommen.
2. Interne Recruitingprozesse umgestalten
Die CIOs müssen das Recruiting erneuern, um auf den engen Arbeitsmarkt zu reagieren. Sie müssen der Abteilung "Human Resources" beibringen, die richtigen IT-Talente zu finden, und sie in laufende Verfahren einbinden. Außerdem müssen die Formen der Bewerberauswahl ausgeweitet werden. Sie dürfen sich nicht nur auf das traditionelle Interview beschränken. Die Verantwortlichkeiten für das Recruiting müssen klar definiert werden. Auch die sozialen Netzwerke dürfen nicht unterschätzt werden und sollten bei Bedarf wieder in Schwung gebracht werden.
3. Beziehungen zu Recruitingfirmen besser strukturieren
Die CIOs müssen Spezialisten für IT-Recruiting auswählen und die Erwartungen genau klären. Sie müssen schon vorab deutlich kommunizieren, welche Ziele für sie Priorität haben - ob es zum Beispiel darum geht, die Stelle möglichst schnell zu besetzen oder aber den qualitativ hochwertigsten Kandidaten zu finden. Die Personalvermittler müssen genau instruiert werden, welcher Typ gefragt ist. Am besten ist es, wenn alle beauftragten Recruitingfirmen die gleichen allgemeingültigen Standards für das Bewerbungsverfahren einhalten.
4. Talentnetzwerk aufbauen
Die meisten Fachkräfte sind Teil der passiven Mehrheit und betreiben nicht aktiv die berufliche Veränderung. Deshalb müssen die CIOs ihre Kontakte kultivieren, da viele der besten Angestellten aus einem solchen Netzwerk kommen. Der CIO sollte zu einem Talentscout werden und ein Alumni-Netzwerk entwickeln. Ein schlauer CIO ebnet seinen Mitarbeitern auch den Weg aus der IT in eine andere Sparte. So kann er einen lebhaften Wechsel anfachen, von dem er dann auch selbst profitiert.
Zielgruppe Business Professionals
Auch der dritten Zielgruppe, den Business Professionals, muss das eigene Unternehmen schmackhaft gemacht werden. Wer Business Professionals rekrutieren will, der muss an der Wahrnehmung der IT arbeiten und deutlich machen, dass sie ein Karrierekick sein kann - und kein Umweg. Deshalb müssen die CIOs kontinuierlich die Möglichkeiten der IT vermarkten, sich im Pool der Businesskandidaten umschauen und sich zum Beispiel mit ihren Businesskollegen austauschen. Überhaupt sollten sie Kommunikation und Mobilität ankurbeln.
Darüber hinaus betont die Studie, dass CIOs ihre Denkweise bezüglich des Recruitings ändern und ihre Talentquellen ausweiten müssen. Sie gibt vier Ratschläge: Die IT-Manager müssen aufhören, nach einem einzigen Königsweg zu suchen und beim Thema Personalbeschaffung selbst die Führung übernehmen. Das Thema sollte stets aus einer globalen Perspektive betrachtet werden. Hier gilt der berühmte Spruch: "Think globally, act locally". Zu guter Letzt muss der CIO die Marke promoten, um die Zielgruppen ins Unternehmen zu locken.
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