Mittwoch, 8. Februar 2012, 06:18 Uhr

manager magazin



24.08.2007
 

iPhone

Die 79-Seiten-Rechnung

Von Marc Pitzke, New York

Auf den iPhone-Verkaufsstart Ende Juni haben Apple-Fans in den USA lange gewartet. Auf die ersten Telefonrechnungen hätten viele Kunden hingegen gern verzichtet. Das liegt weniger am zu zahlenden Betrag als am Umfang der Rechnung: Auf bis zu 300 Seiten Papier dokumentiert Apple-Netzpartner AT&T penibel jeden Vorgang.

New York - Der Computerkonzern Apple Chart zeigen rühmt sich gerne, "ein grünerer Apfel" zu sein. Unter diesem Motto verspricht er, "den Schaden unserer Arbeit und unserer Produkte für die Umwelt ständig zu verringern", etwa, indem die Verpackung des aktuellen iMacs aus 59 Prozent weniger Plastik und 20 Prozent weniger Papier bestehe als früher.

Ähnlich strenge Regeln diktiert Apple auch seinen Geschäftspartnern. "Zulieferer müssen sich verpflichten, die Umweltbelastung durch ihre Designs, ihren Produktionsprozess und ihre Müll-Emissionen zu verringern", heißt es bei Apple.

Ein Resultat dieser Umweltfreude landete jetzt in meinem Briefkasten. Es war meine erste iPhone-Telefonrechnung, ausgestellt vom exklusiven Apple-Netzpartner AT&T Chart zeigen. Sie kam in einem fetten Umschlag, den ich erst für einen Werbeprospekt hielt, und umfasst 79 eng bedruckte Blätter. Nein: 80 Blätter. (Das letzte war, bis auf den Briefkopf, leer.) Längs aneinander gelegt addiert sich das zu einer Länge von 9,20 Meter.

Meine bisherigen Telefonrechnungen, bei meinem früheren Netzanbieter Verizon Chart zeigen, waren höchstens acht Seiten lang. Allerdings waren darin die kumulierten Rechnungsdaten von Festnetzanschluss, Handy und DSL-Internetanschluss zusammengefasst. Dann kaufte ich mir ein iPhone und musste notgedrungen von Verizon zu AT&T wechseln. Meine Verizon-Rechnung ist immer noch fünf bis sechs Seiten lang. Doch zusätzlich bekomme ich jetzt eine Rechnung von AT&T.

Und was für eine! Jedes einzelne Gespräch ist säuberlich aufgelistet - obwohl ich ein Gebührenpaket habe, das 2000 "Egal-Wann"-Minuten beinhaltet, mehr als ich je verplappern könnte. Jede einzelne SMS ist säuberlich aufgelistet - obwohl AT&T mir 200 kostenlose Textnachrichten pro Monat gewährt. Jede einzelne Datentransaktion (E-Mail, Internet, YouTube-Programm, Börsenkurse, Wetter) ist säuberlich aufgelistet - obwohl ich unbegrenzte Datennutzung habe.

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