Streitigkeiten programmiert
Die anderen Portale orientieren ihre Provisionen am Auftragswert, wobei 1 bis 4,5 Prozent üblich sind. Diese zahlt meist der Handwerker. Lediglich Jobdoo bittet die Kunden zur Kasse.
Die Handwerkskammern beobachten die steigende Zahl der Handwerkerauktionen skeptisch. Viele Laien seien gar nicht in der Lage den Arbeitsumfang und den Aufwand präzise zu beschreiben. "Keine seriöse Firma kann eine realistische Preiskalkulation abgeben, ohne die Anforderung vor Ort begutachtet zu haben", sagt Alexander Konrad von der Handwerkskammer Düsseldorf. Oft sei die Situation vor Ort ganz anders, als sie der Auftraggeber im Netz beschreibt. Die Folge: Streitigkeiten zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber. Immer häufiger müssten Sachverständige schlichten.
Die Betreiber der Portale halten dagegen: Ärger gebe es auch bei konventionell geschlossenen Verträgen. Auch im Internet zähle nicht nur der Preis. "Insgesamt 30 Prozent aller Aufträge werden nicht an den günstigsten Bieter vergeben", sagt Alexandra Nowak von My-Hammer. Viele Auftraggeber schauen vorher auf die Bewertungen der Handwerker und lassen sich Gesellenbrief oder Meisterbrief zeigen. Bei den meisten Portalen sind diese Angaben bereits hinterlegt.
Auch viele Handwerker und Betriebe wollen die Portale nicht mehr missen. "Einen großen Teil meiner Aufträge bekomme ich heute über das Internet", sagt Denni Meichau, der in Brandenburg eine kleine Umzugsfirma betreibt. Am Anfang hätte er noch zu Tiefpreisen gearbeitet, nur um positive Bewertungen zu bekommen, erzählt er. Heute erhält seine Firma immer häufiger den Zuschlag, auch wenn sie in der Auktion nicht die günstigste ist.
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